
Flasche, nicht Tank
Die zweite Gärung
Eine Flasche Corpinnat gärt zweimal. Erst entsteht aus Traubensaft ein ruhiger Wein, dann kommt er in die Flasche, bekommt Zucker und Hefe und gärt dort ein zweites Mal. Das Kohlendioxid kann nicht entweichen, löst sich im Wein und wird zu den Perlen. Die Hefe verwertet dabei den Zucker und bildet Gas und Alkohol; der Wein gewinnt dadurch rund ein Prozent Alkohol hinzu.
Das Abfüllen mit dem Zucker-Hefe-Gemisch heißt Tirage. Die Flasche wird dafür mit einem druckfesten Verschluss geschlossen. Bei Qualitätsschaumwein verlangt das EU-Recht mindestens 3,5 bar Druck in der Flasche, der Wein steht also deutlich unter Spannung, bis er geöffnet wird. Deshalb sind die Flaschen aus dickem Glas gefertigt.
Andere Verfahren sind für die Marke ausgeschlossen. Corpinnat entsteht nach der traditionellen Methode: Die Gärung läuft in der Flasche, aus der später auch getrunken wird, nicht im Tank. Auf dem Etikett darf deshalb „traditionelle Flaschengärung“ stehen. Die Bezeichnung „Champagnermethode“ bleibt dagegen der Champagne vorbehalten.
Dasselbe Prinzip gilt für Clàssic Penedès, den Schaumwein der DO Penedès mit eigener Bio-Pflicht. Auch hier gärt der Wein ein zweites Mal in der Flasche, und alle Trauben müssen aus dem Penedès stammen. Beide Wege führen zu feinerer Perlage und mehr Tiefe, als ein schnell gefüllter Tankwein sie meist erreicht. Der Unterschied zwischen beiden Marken liegt vor allem bei den Regeln: Clàssic Penedès gehört zur DO Penedès, Corpinnat gehört den Erzeugern selbst.
Den Unterschied zum üblichen Cava merkt man vor allem am Lager. Statt neun Monaten, dem EU-Mindestmaß für die traditionelle Flaschengärung, müssen Corpinnat-Weine mindestens 18 Monate in der Flasche liegen, Clàssic Penedès mindestens 15. Der Steckbrief zeigt zwei typische Stile.
Corpinnat Brut NatureFlaschengärung · Xarel·lo, Macabeu, Parellada
- Hefelager
- 18–60 Monate
- Zucker
- 0–3 g/l
- Alkohol
- 11,5–12,5 % vol
Straff und salzig, Zitrus, Brioche und Mandel vom langen Hefelager.