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Wie viel Alkohol hat Sekt, Prosecco und Champagner?

Alkohol in Prozent

Wie viel Alkohol hat Sekt, Prosecco und Champagner?

Sekt, Champagner, Crémant und Cava haben meist 11 bis 12,5 % vol; Qualitätsschaumwein mit geschützter Herkunft muss mindestens 10 % vol erreichen. Deutlich leichter sind die süßen Muskateller aus dem Piemont: Asti liegt meist bei 7 bis 9,5 % vol, Moscato d’Asti bei rund 5,5 % vol.

Mindestalkohol: Was das EU-Recht für Schaumwein vorschreibt

Für den Alkohol im Schaumwein kennt das EU-Recht mehrere Stufen, und sie setzen schon vor der Perlage an. Ausgangspunkt ist die Cuvée, also der Grundwein oder die Mischung mehrerer Grundweine vor der zweiten Gärung. Für einfachen Schaumwein muss sie mindestens 8,5 % vol Gesamtalkohol erreichen, für Qualitätsschaumwein, im deutschen Sprachraum Sekt, mindestens 9 % vol. Gesamtalkohol heißt: der vorhandene Alkohol plus der, der aus dem noch enthaltenen Zucker entstehen könnte. So steht es in Anhang VII der Verordnung (EU) Nr. 1308/2013.

Strenger ist die Regel für Qualitätsschaumwein mit geschützter Ursprungsbezeichnung, kurz g.U., zu dem Champagner, Cava, Prosecco DOC und deutscher Sekt b.A. zählen. Hier muss der fertige Wein mindestens 10 % vol vorhandenen Alkohol haben, die Versanddosage eingerechnet. Für die Cuvée gibt es eine bemerkenswerte Ausnahme: Bei Prosecco reichen 8,5 % vol statt der sonst verlangten 9. In der Praxis liegen die meisten Schaumweine mit Herkunftsschutz zwischen 11 und 12,5 % vol.

Wie viel Alkohol bringt die zweite Gärung?

Ein Teil des Alkohols entsteht erst in der Flasche oder im Drucktank. Für die zweite Gärung bekommt der Grundwein die Fülldosage, meist eine Mischung aus Wein, Zucker und Hefe. Die Hefe vergärt den Zucker zu Alkohol und Kohlendioxid, das sich unter Druck im Wein löst und später die Perlage bildet. Laut EU-Recht darf die Fülldosage den Gesamtalkohol der Cuvée um höchstens 1,5 % vol anheben. Die Versanddosage, die nach dem Degorgieren die Süße einstellt, darf den vorhandenen Alkohol höchstens um 0,5 % vol erhöhen.

Grundweine für Schaumwein werden deshalb oft bewusst schlank gehalten. In kühlen Regionen wie der Champagne liest man die Trauben mit frischer Säure und moderatem Zuckergehalt. Der Grundwein hat dann häufig um 10 bis 11 % vol, und der fertige Schaumwein landet nach der zweiten Gärung um 12. Ein Grundwein mit 13 % vol würde einen schweren, alkoholischen Schaumwein ergeben, dem die Leichtigkeit fehlt, die man von guter Perlage erwartet.

Warum haben Asti und Moscato d’Asti so wenig Alkohol?

Ganz anders entstehen die süßen Muskateller-Schaumweine aus dem Piemont. Beim Metodo Asti gibt es nur eine einzige Gärung im Drucktank, keine zweite. Der Most aus Moscato bianco wird kalt gehalten und angegoren, und die Gärung wird durch Kühlung gestoppt, solange noch viel Traubenzucker übrig ist. Das Ergebnis ist ein Wein mit natürlicher Süße, wenig Alkohol und Kohlensäure aus der eigenen Gärung. Eine Versanddosage ist dafür nicht erlaubt und auch nicht nötig.

Rechtlich ist Asti ein aromatischer Qualitätsschaumwein. Für diese Kategorie verlangt das EU-Recht nur mindestens 6 % vol vorhandenen Alkohol bei mindestens 10 % vol Gesamtalkohol; die Differenz steckt als Zucker im Wein. Typische Asti liegen bei 7 bis 9,5 % vol. Moscato d’Asti ist nur leicht perlend und hat rund 5,5 % vol, etwa halb so viel wie ein Champagner. Leicht heißt dabei nicht harmlos: Auch ein Glas mit wenig Alkohol zählt mit.

Perlwein, Pét-Nat und alkoholfreie Schaumweine

Weniger Druck bedeutet nicht automatisch weniger Alkohol. Perlwein, in Italien Frizzante, hat mit 1 bis 2,5 bar weniger Überdruck als Schaumwein und muss mindestens 7 % vol vorhandenen Alkohol erreichen. Prosecco Frizzante liegt meist bei etwa 10,5 bis 11 % vol und damit kaum unter dem Spumante. Für Pét-Nat, die Kurzform von Pétillant naturel, gibt es keine eigene Rechtsnorm. Je nach Druck ist er rechtlich Perlwein oder Schaumwein, und der Alkoholgehalt hängt allein von Traube und Winzer ab.

Am unteren Ende stehen entalkoholisierte Schaumweine. Nach EU-Weinrecht darf ein entalkoholisiertes Erzeugnis höchstens 0,5 % vol enthalten; teilweise entalkoholisierte Weine liegen darüber, aber unter dem Mindestwert ihrer Kategorie. Den genauen Wert nennt immer das Etikett, denn der vorhandene Alkoholgehalt in % vol ist bei jedem Schaumwein eine Pflichtangabe. Wer auf den Alkohol achtet, findet dort die verlässlichste Zahl, verlässlicher als jede Faustregel nach Herkunft.

Kurz unterschieden

Sekt b.A.
Qualitätsschaumwein mit geschützter Herkunft: mindestens 10 % vol vorhandener Alkohol, meist 11 bis 12,5.
Prosecco DOC
Die Cuvée darf mit 8,5 % vol starten, eine Ausnahme im EU-Recht; der fertige Spumante braucht wie alle g.U. 10 % vol.
Asti
Aromatischer Qualitätsschaumwein aus einer gestoppten Gärung: mindestens 6 % vol, typisch 7 bis 9,5.
Moscato d’Asti
Nur leicht perlend und mit rund 5,5 % vol etwa halb so alkoholreich wie ein Champagner.

Dazu im Lexikon

Prosecco: Spumante und FrizzanteMuskateller: die Traube hinter AstiPét-Nat: eine einzige GärungAlkoholfreier Sekt: wie er entsteht
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