
Kalt gelagert
Sekt im Kühlschrank aufbewahren – geht das?
Für einige Tage bis wenige Wochen kann ungeöffneter Sekt problemlos im Kühlschrank liegen. Als Dauerlager eignet er sich weniger: Er ist kälter als die 10 bis 15 °C, die das Comité Champagne empfiehlt, die Luft ist oft trocken, und Gerüche, Licht und ständiges Öffnen der Tür kommen hinzu.
Wie lange darf Sekt im Kühlschrank liegen?
Eine Flasche, die am Wochenende geöffnet werden soll, darf ruhig schon ein paar Tage vorher im Kühlschrank liegen. Kälte schadet dem Wein nicht. Sie bremst seine Entwicklung, ähnlich wie ein kühler Keller, nur stärker. Ein Haushaltskühlschrank hält meist zwischen etwa 4 und 7 Grad. Für Prosecco, Secco oder einen fruchtigen Markensekt, die ohnehin bald getrunken werden, ist die lange Kühlung deshalb kein Thema.
Anders sieht es aus, wenn eine gute Flasche Champagner oder Winzersekt dort über Monate liegen bleibt. Das Merkblatt des Comité Champagne nennt für die Lagerung 10 bis 15 °C und eine Luftfeuchte von 60 bis 80 Prozent. Beides erfüllt der Kühlschrank in der Regel nicht. Der Wein verdirbt dadurch nicht plötzlich. Er reift aber unter Bedingungen, die Fachleute für längere Zeiträume nicht empfehlen, und das Risiko für kleine Schäden steigt mit jeder Woche.
Was spricht gegen den Kühlschrank als Dauerlager?
Der erste Punkt ist die Luft. Viele moderne Kühlschränke entziehen ihr Feuchtigkeit, damit sich kein Eis bildet. Über Monate kann das die Außenseite des Korkens austrocknen, Sommeliers raten deshalb von langer Lagerung im Kühlschrank ab. Der zweite Punkt sind Gerüche. Käse, Zwiebeln und Wurst dünsten stark aus, und das Comité empfiehlt ausdrücklich einen Lagerort ohne fremde Gerüche. Die Kapsel schützt den Korken nur teilweise.
Dazu kommen Bewegung und Licht. Im Türfach wird die Flasche bei jedem Öffnen geschüttelt, und jedes Mal fällt Licht auf sie. Die Momente sind kurz, doch helle Flaschen reagieren empfindlich, wie die erste Station zum Lichtgeschmack zeigt. Auch der Kompressor erzeugt leichte Vibrationen. Ob sie dem Wein messbar schaden, ist wenig untersucht. Ein ruhiger, dunkler Platz ist trotzdem die sicherere Wahl, gerade für Flaschen, die reifen sollen.
Kühlschrank rein, Kühlschrank raus: schadet das Hin und Her?
Eine Flasche, die für eine Feier gekühlt wurde und dann doch zu bleibt, nimmt keinen Schaden, wenn sie wieder zurück in den Keller kommt. Ein einzelner Wechsel zwischen kalt und kühl ist für Schaumwein kein Problem. Heikel wird es erst, wenn sich das oft wiederholt. Bei jedem Wechsel dehnt sich der Wein aus und zieht sich wieder zusammen. Das belastet den Korken, und mit der Zeit kann er Druck verlieren.
Ein zweites Problem ist Kondenswasser. Kommt eine kalte Flasche in warme Luft, beschlägt sie, und das Wasser läuft unter das Etikett. Bei einer Alltagsflasche ist das egal. Bei einem Jahrgangschampagner, den man aufheben oder verschenken will, sind ein gewelltes Etikett und ein fleckiger Karton ärgerlich. Wer Flaschen für eine Feier kühlt, kühlt deshalb besser nur die Menge, die wirklich gebraucht wird.
Bessere Plätze für den Sektvorrat
Für einen Vorrat, der Wochen oder Jahre halten soll, ist ein Weinklimaschrank die beste Lösung in der Wohnung. Er hält eine gleichmäßige Temperatur, lässt sich auf 10 bis 12 Grad einstellen, ist dunkel und vibriert meist weniger als ein Kühlschrank. Gut eignen sich auch ein kühler Keller oder ein dunkler Schrank im kältesten Raum, etwa an einer Nordwand. Wichtig ist, dass die Temperatur übers Jahr möglichst wenig schwankt.
Der Kühlschrank bleibt dann das, was er gut kann: der letzte Halt vor dem Öffnen. Wie lange vorher eine Flasche hinein sollte und bei welcher Temperatur Sekt und Champagner am besten schmecken, beschreibt das Kapitel zum Servieren. Eine angebrochene Flasche gehört dagegen sofort verschlossen in den Kühlschrank. Für sie gelten eigene Regeln, die dort ebenfalls stehen.