
Herkunft und Prüfnummer
Was bedeutet Sekt b.A.?
Sekt b.A. heißt Sekt bestimmter Anbaugebiete: ein Qualitätsschaumwein mit geschützter Ursprungsbezeichnung, dessen Trauben aus einem der 13 deutschen Weinanbaugebiete stammen. Er braucht eine amtliche Prüfungsnummer, mindestens 10 % Alkohol und eine Sektflasche mit Agraffe.
Sekt b.A.: Was die Abkürzung auf dem Etikett verspricht
Auf dem Etikett steht meist der Name des Gebiets direkt neben der Abkürzung, etwa Rheingau, Mosel oder Saale-Unstrut. Genau darin liegt das Versprechen. Die Trauben für den Grundwein wurden in diesem einen Gebiet geerntet, und der fertige Sekt hat eine amtliche Prüfung bestanden. Im EU-Recht entspricht das einem Qualitätsschaumwein mit geschützter Ursprungsbezeichnung, also derselben Rechtsstufe, auf der auch Champagne, Cava oder Prosecco stehen.
Infrage kommen die 13 deutschen Anbaugebiete: Ahr, Baden, Franken, Hessische Bergstraße, Mittelrhein, Mosel, Nahe, Pfalz, Rheingau, Rheinhessen, Saale-Unstrut, Sachsen und Württemberg. Ein Sekt, auf dem nur das Wort Sekt steht, gibt dieses Versprechen nicht. Er ist zwar ebenfalls Qualitätsschaumwein, sein Grundwein kann aber aus jedem EU-Land kommen. Die folgende Station zeigt, wie man die drei Herkunftsstufen auf dem Etikett auseinanderhält.
Wie kommt ein Sekt b.A. zu seiner Prüfnummer?
Das Weingesetz ist an dieser Stelle eindeutig. Ein im Inland hergestellter Qualitätsschaumwein darf nur dann Sekt b.A. heißen, wenn ihm auf Antrag eine amtliche Prüfungsnummer zugeteilt wurde. Der Hersteller reicht dafür Flaschen bei der zuständigen Prüfstelle seines Bundeslandes ein. Im Labor werden unter anderem Alkohol, Restzucker, Säure und Kohlensäure gemessen, danach verkostet eine Kommission aus geschulten Prüfern den Sekt blind und vergibt Punkte für Geruch, Geschmack und Harmonie.
Besteht der Sekt beide Teile, erhält er seine Nummer, die als A. P. Nr. oder Prüfnummer auf dem Etikett steht. Sie ist keine Zufallsfolge. In Rheinland-Pfalz etwa steht die erste Ziffer für die Prüfstelle, es folgen Kennziffern für die Gemeinde und den Betrieb, eine laufende Nummer der Abfüllung und am Ende die zwei Ziffern des Jahres, in dem der Antrag gestellt wurde. Andere Länder bauen die Nummer leicht anders auf. Wer die letzten beiden Ziffern liest, erfährt also das Prüfjahr, nicht den Jahrgang der Trauben.
Welche Regeln gelten für Alkohol, Druck und Reife?
Die technischen Mindestwerte kommen aus dem EU-Recht und gelten für alle Qualitätsschaumweine mit geschützter Herkunft. Ein Sekt b.A. braucht mindestens 10 % vol vorhandenen Alkohol, die Versanddosage eingerechnet, und bei 20 °C einen Überdruck von mindestens 3,5 bar. Nur Fläschchen unter 25 cl dürfen mit 3 bar auskommen. Von Beginn der zweiten Gärung an muss die Herstellung mindestens sechs Monate dauern, wenn der Sekt im Tank gärt, und neun Monate bei Gärung in der Flasche.
Gärung und Kontakt mit der Hefe dauern zusammen mindestens 90 Tage, in Tanks mit Rührwerk 30 Tage. Ein Detail überrascht viele: Sekt b.A. sagt nichts über die Methode. Ein Rieslingsekt aus der Pfalz darf im Drucktank vergoren sein und trotzdem diese Bezeichnung tragen. Wer Flaschengärung erwartet, muss nach dem entsprechenden Begriff auf dem Etikett suchen, den die vierte Station dieser Reise erklärt.
Agraffe, Crémant, Steillage: Was nur ein Sekt b.A. darf
Mit der Herkunft kommen Pflichten und Rechte. Zu den Pflichten gehört die Aufmachung nach Paragraf 33a der Weinverordnung: Schaumwein-Glasflasche, pilzförmiger Stopfen, Agraffe und Folie. In Franken und Baden darf ein Sekt b.A. sogar im Bocksbeutel abgefüllt werden, der flachen, bauchigen Flasche dieser Gebiete.
Zu den Rechten zählen drei Begriffe, die andere deutsche Schaumweine nicht verwenden dürfen. Crémant ist für Sekt b.A. erlaubt, wenn die EU-Bedingungen erfüllt sind. Steillage darf stehen, wenn die Trauben von Hängen mit mindestens 30 % Neigung kommen. Und Winzersekt ist eine Sonderform des Sekt b.A. mit eigenen Trauben, traditioneller Flaschengärung, Rebsorte und Jahrgang. Seine Regeln behandelt die Reise zum Sekt in Deutschland, Crémant und Steillage folgen in eigenen Stationen.