
Höhe trifft Trockenheit
Höhe & Klima
Nombre de Dios liegt auf rund 1.750 Metern über dem Meer, mitten in einem Talkessel, den die Sierra Madre Occidental wie eine Mauer umschließt.
Weiter südlich, im Municipio Mezquital, steigt das Land auf über 2.000 Meter. An der Grenze zum Municipio Durango erreicht der Cerro Pánfilo sogar 3.180 Meter. Zwischen Tal und Gipfel liegen oft nur wenige Kilometer, aber Welten an Klima.
In den Tälern ist es trocken und warm, die Sierra dagegen bringt kalte, teils schneereiche Winter und kräftigen Regen im Sommer. Für den Cenizo bedeutet das lange Trockenphasen, die er in seinen dicken Blättern übersteht, unterbrochen von kurzen, intensiven Regengüssen.
Diese Extreme zwingen die Pflanze, langsam zu wachsen und über viele Jahre Zucker einzulagern, statt schnell in die Höhe zu schießen. Genau diese Langsamkeit gilt unter Mezcaleros als einer der Gründe, warum wilder Cenizo intensiver schmeckt als Agaven aus mildem, bewässertem Anbau.
Frost ist in der Sierra keine Seltenheit. Wo Schnee fällt, drohen jungen Agaven zu erfrieren, ausgewachsene Pflanzen mit ihren ledrigen Blättern stecken das eher weg. Wer hier erntet, muss die kurzen Fenster zwischen Kälteeinbrüchen und Regenzeit im Kopf behalten.
Diese Spanne zwischen Talhitze und Bergkälte gibt es so nur in wenigen Mezcal-Gebieten Mexikos, die meisten liegen tiefer und gleichmäßiger temperiert. Sie macht Durango zu einem der klimatisch anspruchsvollsten Anbaugebiete für Agaven im ganzen Land.
Regen fällt fast ausschließlich zwischen Juni und September, den Rest des Jahres über bleibt es trocken. Für die Landwirtschaft der Region, und für die Agave, ist diese kurze Regenzeit die wichtigste Zeit im ganzen Jahr.