
Fass, Jahr, Etikett
Reifung
Am Namen einer der bekanntesten Flaschen aus Atotonilco el Alto lässt sich die Reifung gut erklären. Don Julio 1942 ist ein Añejo. Benannt ist er nach dem Jahr, in dem Julio González seine Destillerie La Primavera gründete. Für diese Klasse schreibt das Gesetz mindestens ein Jahr im Fass vor.
Blanco verlässt die Brennerei praktisch sofort. Er darf laut Gesetz höchstens zwei Monate Kontakt mit Holz gehabt haben, ohne nachträglich aromatisiert worden zu sein. Reposado braucht mindestens zwei Monate im Eichenfass. Añejo braucht mindestens ein Jahr, Extra Añejo mindestens drei. Die Fässer dürfen dabei höchstens 600 Liter fassen.
„Cristalino“, wie ihn manche Häuser der Region anbieten, ist kein eigener gesetzlicher Status. Es handelt sich um gefilterten, entfärbten Añejo oder Extra Añejo. Er sieht danach wieder aus wie Blanco, behält aber die Reifearomen. Wer das nicht weiß, hält die Flasche schnell für etwas ganz anderes, als sie tatsächlich ist.
In Los Altos zeigen gerade die bekannteren Häuser gern gereifte Abfüllungen. Die milden, fruchtigen Grundtöne der Region vertragen sich gut mit Vanille- und Karamellnoten aus dem Eichenholz. Ein junger Blanco aus derselben Agave schmeckt daneben deutlich direkter. Beide sind Tequila, nur mit unterschiedlich viel Fasszeit dazwischen.
Auch Patrón und Siete Leguas führen Reposado- und Añejo-Linien neben ihrem Blanco. Käuferinnen erkennen die Klasse am Wort auf dem Etikett, nicht an der Flaschenfarbe. Wer das Wort Reposado oder Añejo liest, weiß auch, wie lange die Reise durch das Eichenfass mindestens gedauert hat.