
Copita, Jícara, Caballito
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Ein Blanco aus Los Altos schmeckt oft zuerst süß: gekochte Agave, etwas Zitrus, dazu ein blumiger Zug. Kenner führen das auf die rote Erde und die kühlen Nächte der Region zurück. Das steht im Gegensatz zu den eher grasigen, pfeffrigen Noten, die man mit tiefer gelegenen Gebieten verbindet. Genau das macht den Wiedererkennungswert der Region aus.
Tapatío aus der Destillerie La Alteña in Arandas gilt vielen als Beispiel für diesen Stil. Er ist kräftig und agavenbetont, ohne süßlich zu wirken. Siete Leguas aus Atotonilco el Alto zeigt dagegen, wie viel Textur die Maultier-Tahona und die offene Gärung mit Fasern einem Blanco geben können. Beides sind reine Geschmacksbeispiele, keine Kaufempfehlung.
Traditionell trinkt man Tequila hier nicht aus dem Schnapsglas. Üblich ist die Copita, ein kleines, oben leicht verengtes Tulpenglas, das die Aromen bündelt. Auf dem Land greifen manche noch zur Jícara, einem ausgehöhlten Flaschenkürbis. Andere nutzen den Caballito, ein schmales kleines Glas, aus dem in vielen Kantinen Mexikos pur getrunken wird. Beide Gefäße gehören zum Alltag mehr als zur Show.
Wer zwei Gläser nebeneinanderstellt, einen Blanco und einen Añejo derselben Brennerei, schmeckt den Unterschied zwischen frischer Agave und Fasslagerung besonders deutlich. In Los Altos fällt dabei auf, wie sehr die milde Grundsüße der Region auch durch die Fasslagerung hindurchkommt. Das gilt selbst dann, wenn Vanille- und Karamellnoten aus dem Holz dazukommen.