Agave & Boden in der Region Michoacán

Chino und Alto

Agave & Boden

In den Wäldern um Etúcuaro wächst Agave meist wild zwischen Kiefern und Eichen, nicht in geordneten Reihen wie die blaue Agave weiter westlich. Zwei Arten prägen die Ernte: Agave cupreata und Agave inaequidens.

Im Volksmund heißt Agave cupreata chino, weil sich ihre Blätter locker kräuseln wie krauses Haar. Sie ist die häufigste Art der Region und wächst wild in Höhen zwischen 1.200 und 1.800 Metern, vor allem in Michoacán und im benachbarten Guerrero. Bis eine Pflanze reif genug für die Ernte ist, vergehen acht bis zwölf Jahre.

Deutlich höher und schlanker als die chino wächst Agave inaequidens, weshalb sie im Volksmund alto heißt. Ihr wissenschaftlicher Name bedeutet ungleiche Zähne und beschreibt die unregelmäßigen Dornen am Blattrand. Beide Arten sammeln die taberneros meist wild, mit der Coa, dem breiten Grabmesser, mit dem in ganz Mexiko Piñas geschnitten werden.

Vulkanisch ist der Boden unter diesen Agaven, wie in weiten Teilen des Neovulkanischen Grabens, der sich quer durch Michoacán zieht. Dunkle, aschehaltige Erde liegt über verdichtetem Tepetate und darunter über festem Basalt. Wilde Agaven wurzeln oft direkt in Rissen dieses Gesteins und ziehen daraus Mineralstoffe, die sich später im Destillat wiederfinden.

Weil beide Arten meist wild wachsen und lange bis zur Reife brauchen, sind sie nicht unerschöpflich. Manche taberneros lassen inzwischen einzelne Pflanzen bis zur Blüte stehen, damit nachtaktive Fledermäuse sie bestäuben können, wie es Initiativen für nachhaltigen Agavenanbau inzwischen für ganz Mexiko fordern. Andere pflanzen Jungpflanzen aus Ablegern gezielt nach, um die wilden Bestände zu entlasten.

Grab dich durchSchicht antippen

Dunkler, lockerer Boden aus verwitterter Vulkanasche mit hohem organischem Anteil.

Die Wurzel: Hier holen sich junge Agaven Wasser und Nährstoffe für die ersten Jahre.

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