
Vier wilde Agaven
Agave & Boden
In der Sierra um Mascota und San Sebastián del Oeste wächst vor allem Agave maximiliana, im Volksmund oft lechuguilla genannt. Dazu kommt Agave inaequidens. An der Küste um Cabo Corrientes und Tomatlán dominieren Agave angustifolia und Agave rhodacantha, die man dort meist einfach mexicano nennt. Alle vier Arten sind für die Raicilla zugelassen. Die Blaue Weber-Agave des Tequilas dagegen ausdrücklich nicht.
Maximiliana wird heute größtenteils angebaut. Nach Angaben aus der mexikanischen Landwirtschaftsforschung macht sie gut drei Viertel der aktuellen Pflanzungen aus. Inaequidens, angustifolia und rhodacantha dagegen wachsen bis heute oft wild in Wald und Buschland, gesammelt statt gepflanzt. Wilde Agaven brauchen spürbar länger bis zur Reife als die kultivierte Blaue Agave des Tequilas. Wie viele Jahre genau, hängt stark von Art, Höhe und Boden ab.
Geerntet wird wie überall im Agavenland mit der Coa, einer breiten, scharfen Klinge an einem langen Stiel. Der Jimador schneidet die stacheligen Blätter der reifen Pflanze weg, bis nur noch das Herz übrig bleibt, die Piña. An der Küste wächst Agave rhodacantha oft hoch und schlank statt rund wie eine klassische Piña. Die Ernte fällt dort entsprechend anders aus als in der Sierra.
Die Böden der Sierra sind vulkanisch, rötlich-braune Erde über verwittertem Andesit und Rhyolith, wie sie für die Sierra Madre Occidental typisch ist. Zur Küste hin werden die Böden sandiger und heller, geprägt vom Flusstal des Río Ameca und der Nähe zum Pazifik. Beide Böden lassen Wasser schnell abfließen. Genau das mögen Agaven, die stehende Nässe kaum vertragen.
Dunkle, lockere Deckschicht aus verrottetem Laub und feiner Vulkanasche.
Die Wurzel: Hier holt sich die junge Agave die ersten Nährstoffe, noch dicht unter der Oberfläche.