
Berg trifft Meer
Höhe & Klima
Zwischen Sierra und Küste liegen in dieser Region mehr als 1.700 Höhenmeter. Diese Spannbreite gibt es sonst kaum in einer einzigen Raicilla-Region. Die Gemeinden der Sierra, allen voran Mascota, San Sebastián del Oeste und Talpa de Allende, liegen weit über tausend Metern, gemäßigt und mit kühlen Nächten. Bahía de Banderas an der Küste dagegen liegt praktisch auf Meereshöhe. Dort ist es das ganze Jahr über feuchtwarm.
In der Höhe wachsen die Agaven langsam. Kühle Nächte bremsen die Photosynthese und zwingen die Pflanze, über Jahre Zucker in den Blättern zu speichern, statt ihn schnell zu verbrauchen. Das Ergebnis sind dichtere, aromatischere Piñas, mit den würzigen, harzigen Noten, für die die Sierra-Raicilla bekannt ist. Genau diese langsame Reife gilt in der Sierra als Grund für den intensiveren, würzigeren Charakter der Agaven.
An der Küste sorgt das ganzjährig warme, feuchte Klima für schnelleres Wachstum. Dazu kommt die Nähe zum Meer mit ihrer eigenen Salzluft. Regen fällt hier vor allem zwischen Juni und Oktober, danach folgt eine lange, trockene Zeit. Diese Trockenzeit setzt die Agaven zusätzlich unter Stress und treibt den Zuckergehalt weiter hoch.
Frost kennt die Küste praktisch nicht. In den höheren Lagen der Sierra dagegen können kalte Winternächte den Agaven zusetzen. Genau dieser Unterschied prägt am Ende das Glas. Was nahe am Meer wächst, schmeckt mineralisch und frisch, was in der kühlen Höhe reift, würziger und erdiger.