Verkosten in der Region Valle de Tequila

Erdig, scharf, grün

Verkosten

Wer einen Tequila aus dem Valle de Tequila probiert, schmeckt meist zuerst die Erde. Dazu kommen pfeffrige, krautige Noten, oft mit einer grünen, fast paprikaartigen Schärfe. Diese Schärfe kommt von der schnellen Reife der Agave. Süße tritt eher in den Hintergrund, verglichen mit den weicheren, kochobstartigen Tönen mancher Hochland-Abfüllungen.

Zum Vergleich eignen sich drei Brennereien aus dem Tal: die riesige La Rojeña, in der José Cuervo seinen Tequila produziert. Da ist die traditionsreiche La Perseverancia von Sauza. Und da ist die kleine Fortaleza, die nach eigenen Angaben ganz ohne Zusätze abfüllt. Alle drei stehen für dasselbe Gebiet und dieselbe Agave. Doch ihr Weg vom Feld bis zur Flasche unterscheidet sich in fast jedem Schritt. Wer alle drei nacheinander probiert, schmeckt den Unterschied zwischen Industrie und Handwerk deutlich.

Getrunken wird traditionell aus der Copita, einem schmalen, tulpenförmigen Glas, das die Aromen bündelt. Oder man trinkt aus dem Caballito, dem kleinen, hohen Glas für den zügigen Schluck. Die Jícara, ein ausgehöhlter Kürbis, ist älter als beide. Sie stammt noch aus der Zeit, als hier Pulque getrunken wurde.

Zum Probieren gehört wenig: das Glas kurz kreisen, riechen, bevor man überhaupt trinkt. Dann hält man einen kleinen Schluck lange im Mund, statt ihn wie einen Shot hinunterzustürzen. So zeigt sich, ob Erde, Pfeffer oder Frucht überwiegen. Und es zeigt sich, ob der Tequila aus dem Autoklaven oder von der Tahona kommt. Beides lässt sich mit etwas Übung leicht unterscheiden.

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