
Blanco, Reposado, Fass
Reifung
Die meisten Karoo-Agavenbrände verlassen die Brennerei ungereift als Blanco, klar wie Wasser und mit dem vollen Rauch des Garens im Geschmack. Wer länger warten will, greift zu einem Reposado, der einige Monate in Holzfässern liegt.
Leonista führt neben Blanco und Reposado auch einen Honey Reposado, bei dem Honig die Fassreifung ergänzt. Der Blanco selbst gewann Gold beim Michelangelo International Wine and Spirits Award und Silber beim San Francisco World Spirits Competition 2018, obwohl er völlig ungereift abgefüllt wird. Rocco Torro unterscheidet zwischen einem Reposado im amerikanischen und einem im französischen Eichenfass. Beide wurden 2026 mit internationalen Medaillen ausgezeichnet, der französische sogar mit Doppelgold, und zählten zu insgesamt fünf Auszeichnungen der Brennerei in jenem Jahr. Sango bietet ebenfalls Blanco und Reposado an.
Anders als in Jalisco schreibt in Südafrika keine Norm vor, wie viele Monate ein „Reposado“ im Fass liegen muss, bevor er so heißen darf. Die mexikanischen Begriffe werden hier als Stilbezeichnung übernommen, nicht als gesetzlich geschützte Kategorie mit fester Mindestzeit.
Was auf dem Etikett stehen muss, regelt stattdessen das Liquor Products Act, die Bezeichnung „Agave Spirit“, der Mindestalkoholgehalt von 35 % vol und, falls Aromen zugesetzt wurden, deren Nennung in gleicher Schriftgröße wie der Produktname. Tequila oder Mezcal darf dort in keinem Fall stehen.
Für die Fässer nutzen die Brennereien amerikanische und französische Eiche, teils gebraucht aus dem Wein- oder Whiskyhandel des Landes. Madurado en vidrio, die reine Glasreifung mancher mexikanischer Mezcals, kommt in der Karoo bislang nicht vor. Hier zählt vor allem das Fass.