Agave & Boden in der Region Kalifornien

Blaue Agave wandert

Agave & Boden

Dieselbe Pflanze wie in Jalisco steht auch auf kalifornischen Feldern: Agave tequilana Weber, Varietät Azul, im Volksmund Blaue Weber-Agave. Auf einzelnen Flächen in Südkalifornien wächst daneben Agave americana, die robustere „Century Plant“, die schon die Missionsgärten säumte. Wild wächst hier keine von beiden. Jede Pflanze steht in einer angelegten Reihe, bewässert und gepflegt wie eine Feldfrucht.

Craig Reynolds erntet seine Felder in Yolo County mit einem eigenen Team von Jimadores, so wie es in Mexiko heißt. Sie schneiden die stacheligen Blätter mit der Coa ab, bis nur die Piña übrig bleibt, das stärkehaltige Herz der Pflanze. Das Werkzeug ist mexikanisch, das Feld liegt nördlich von Sacramento.

In Jalisco braucht die Blaue Agave sechs bis acht Jahre bis zur Ernte. In Kalifornien dauert es nach Angaben der Anbauer spürbar länger: Das kühlere, nebligere Klima der Küste und die kürzeren Sommer lassen die Pflanze langsamer wachsen. Wer hier pflanzt, plant für ein Jahrzehnt, nicht für eine Saison.

Die wichtigsten Felder liegen im Sacramento Valley, in Yolo County. Der Boden dort trägt seit den ersten Bodenkarten der USDA den Namen Yolo-Lehm: tiefer, feiner Schwemmboden, den der Sacramento River und seine Nebenflüsse über Jahrhunderte abgelagert haben. Er hält Wasser gut, staut es aber nicht, was der Agave die trockenen Füße lässt, die sie braucht. In Südkalifornien, etwa bei Murrieta, ist der Boden karger und steiniger, näher an den Bedingungen im mexikanischen Hochland.

Zwischen den Jimadores in Yolo County und den jungen Pflanzungen bei Murrieta liegen mehrere hundert Kilometer und ein ganz unterschiedliches Kalifornien: feuchte Flussniederung im Norden, trockenes Hügelland im Süden. Beide nennen ihre Ernte am Ende trotzdem nur „Agave Spirit“.

Grab dich durchSchicht antippen

Feiner Schwemmboden, den der Sacramento River und seine Nebenflüsse über Jahrhunderte abgelagert haben, dunkel und nährstoffreich.

Die Wurzel: Junge Agavenwurzeln finden hier schnell Nährstoffe und genug Wasser, ohne dass sich Staunässe bildet.

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