Verkosten in der Region Barossa Valley

Schokolade & Pfeffer

Verkosten

Fast schwarz schimmert ein junger Barossa-Shiraz im Glas. Erst nach Jahren wechselt sein Rand ins Ziegelrote. Schon am Geruch merkt man den Unterschied zu kühleren Anbaugebieten: reife Brombeere, dunkle Pflaume, dazu ein Hauch Lakritz und dunkle Schokolade, manchmal ein pfeffriger Ton, der an frisch gemahlenen schwarzen Pfeffer erinnert.

Im Mund folgt, was der Alkoholgehalt verspricht: viel Fülle, ein warmes, fast süßliches Gefühl im Abgang. Die Tannine fühlen sich bei jungen Weinen fest an, bei alten werden sie zu einer samtigen Textur. Klassische Erzeuger lassen ihre Weine deshalb Jahre im Fass und in der Flasche reifen, bevor sie sie verkaufen. Genau dieses Tannin braucht Zeit.

Wer zwei Flaschen aus unterschiedlichen Zonen des Projekts Barossa Grounds nebeneinander verkostet, schmeckt den Bodenunterschied direkter, als jede Erklärung es könnte. Ein Wein aus den Northern Grounds mit ihrem roten Lehm wirkt oft dichter und dunkler in der Frucht. Ein Wein von den sandigeren Southern Grounds schmeckt dagegen heller und zugänglicher, manchmal fast schon rotfruchtig.

Daneben hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten ein zweiter Stil etabliert. Man nennt ihn in der Region new wave. Diese Winzer setzen auf frühere Lesetermine, weniger Alkohol und weniger sichtbares Eichenaroma, statt auf späte, überreife Lese und viel neues Holz. So kommen die Frucht selbst und die pfeffrige Würze der Sorte deutlicher durch. Zwischen beiden Stilen liegen manchmal nur wenige hundert Meter Weinberg.

Zum Probieren gehört im Barossatal deshalb immer ein Vergleich. Ein junger, kräftiger Shiraz neben einem gereiften zeigt, wie aus harten Tanninen mit der Zeit Samt wird. Stellt man daneben noch einen kühlen Riesling aus dem benachbarten Eden Valley, wird der Unterschied zwischen Talboden und Höhenlage auch am Gaumen greifbar.

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