Böden in der Region Eden Valley

Schiefer & Eisenstein

Böden

Schau dir eine Handvoll Erde aus einem Weinberg im Eden Valley genau an. Zwischen grau-braunem Lehm liegen kantige Bruchstücke aus Eisenstein und Quarz. Dazwischen bröckelt Schiefer, der sich beim Reiben fast in Splitter zerlegt. Dieser Untergrund ist uralt: Das Gestein unter den Barossa Ranges entstand vor rund fünfhundert Millionen Jahren, lange bevor es überhaupt Landpflanzen gab.

An vielen Hängen liegt unter der dünnen Lehmschicht verwitterter Glimmerschiefer, ein Gestein, das in dünnen, glänzenden Platten bricht. Er hält kaum Wasser, weshalb die Rebwurzel sich durch die Ritzen zwängen muss. Sie wächst tief hinab, auf der Suche nach Feuchtigkeit, die an der Oberfläche längst verdunstet ist.

Genau diese Magerkeit macht die Beeren klein. Eine kleine Beere hat im Verhältnis mehr Schale als Saft. In der Schale sitzen Farbe, Tannin — der pelzige Belag am Zahnfleisch nach einem Schluck Rotwein — und der Großteil der Aromen. Deshalb schmecken Shiraz und Riesling aus diesen mageren Hanglagen oft konzentrierter als Weine aus den tieferen, fetteren Böden am Rand der Region.

Nicht überall ist der Boden gleich hart. In flacheren Senken liegen tiefere, sandige Lehme mit Splittern aus Sandstein und Schieferbruch. Sie speichern mehr Wasser und liefern kräftigere, aber weniger konzentrierte Trauben. Zwei Weinberge, wenige hundert Meter auseinander, können deshalb völlig unterschiedliche Weine ergeben, ohne dass im Keller etwas anders gemacht wurde.

Ein Irrglaube hält sich hartnäckig, auch hier: Mineralien aus dem Gestein wandern angeblich über die Wurzel direkt ins Glas und sorgen für den „mineralischen“ Geschmack. Das stimmt so nicht. Was die Wurzel aufnimmt, sind gelöste Ionen in verschwindend kleinen Mengen, viel zu wenig, um sie herauszuschmecken. Der Boden wirkt über einen Umweg. Er wirkt über die Wärme, die die Steine speichern, und über das Wasser, das er hält oder eben nicht hält.

Grab dich durchSchicht antippen

Grau-brauner Lehm mit kantigen Bruchstücken aus Eisenstein und Quarz, oft nur eine Handbreit tief.

Die Wurzel: Hier sitzen die Feinwurzeln. Sie sind die Ersten, die bei Trockenheit leer ausgehen.

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