
Weite Bordeaux-Kelche
Gläser
Ein dichter Shiraz braucht vor allem Platz, sonst wirkt er im Glas so geballt wie am Gaumen, besonders wenn er aus dem schweren Ton von McLaren Flat stammt. Nimm einen großen, bauchigen Kelch mit weiter Öffnung für diesen Wein. Er lässt genug Luft an den Wein heran. So entfalten sich die dunkle Schokolade und die reife Brombeere, bevor das Tannin, der pelzige Griff am Zahnfleisch, die Oberhand gewinnt.
Ein alter Buschreben-Grenache aus Blewitt Springs verlangt genau das Gegenteil. Er ist heller in der Farbe und leichter. Sein zartes Parfüm aus roter Kirsche und mediterranen Kräutern verdünnt ein zu großes Glas einfach, statt es zu halten. Ein etwas engerer Kelch mit hoher Wand hält den Duft zusammen. Für die GSM-Cuvée reicht ein Bordeauxglas.
Sie mischt Grenache, Shiraz und Mourvèdre, und ein mittelgroßer, gewöhnlicher Kelch wird dieser Mischung meistens gerecht. Brauchen die alten Tannine noch Zeit, hilf nach und dekantiere den Wein, denn das wirkt bei jungem McLaren-Vale-Rotwein oft mehr als jedes Glas. Eine Stunde vor dem Servieren umgefüllt reicht meistens.
Bei den mediterranen Weißweinen der Region kehrt sich die ganze Logik um, denn Fiano und Vermentino leben von Zitrusfrische und Salz. Dafür braucht es ein schmales, aufrechtes Glas, das die Kühle im Wein hält. Serviert man sie zu warm, schmecken sie stumpf. Shiraz und die GSM-Cuvée gehören dagegen kühler auf den Tisch als Zimmertemperatur, sonst wirkt der Alkohol vorlaut, während der helle Grenache noch einen Hauch kühler ins Glas gehört als beide.