Böden in der Region Colchagua

Granit von Apalta

Böden

Grab in Apalta ein Loch. Schon nach wenigen Schaufeln stößt du auf Stein: verwittertes Granit, grau bis rosafarben, in dicken, zerbrochenen Platten, so alt wie die Kreidezeit.

Dieses Gestein gehört zur Küstenkordillere, die hier ein Stück weit ins Tal hineinragt und bei Apalta ein hufeisenförmiges Amphitheater aus Hügeln formt, das Wärme speichert und Wind abhält. Auf den Nordhängen dieses Kessels zerfällt der Granit langsam zu grobem, sandigem Gestein, sogenanntem Grus. Wasser und Wurzeln wandern darin ungehindert.

Nährstoffe gibt es hier kaum, Wasser noch weniger. Die Rebwurzel treibt deshalb tief in die Risse des Gesteins, und die Beeren bleiben klein: viel Schale im Verhältnis zum Saft, und genau in der Schale sitzen Farbe, Tannin und die meisten Aromastoffe. Cabernet Sauvignon und Carmenère aus diesen Granithängen gelten deshalb als die dichtesten Weine des ganzen Tals.

Rund vierzig Kilometer westlich, in Marchigüe, sieht der Boden völlig anders aus. Eine bis zu sechzig Zentimeter dicke Schicht aus rötlichem Ton mit vielen runden Flusssteinen liegt dort über dem Gestein und hält weit mehr Wasser als der Granit von Apalta. Reben tragen darauf zuverlässiger. Der Wein daraus wirkt runder und zugänglicher in der Jugend.

Dazwischen liegt der Rest des Tals: sandige Anschwemmungen entlang des Tinguiririca bei Nancagua und Chimbarongo, dazu einzelne Kalkadern in den Hügeln um Peralillo. Kein anderes Tal in Chile wechselt den Untergrund auf so kurzer Strecke so oft. Genau das erklärt, warum Colchagua mehrere sehr unterschiedliche Weinstile gleichzeitig hervorbringt, nicht bloß einen.

Grab dich durchSchicht antippen

Dünne, eisenrote Auflage aus abgeschwemmtem Hangschutt und wenig Humus. In Apalta oft nur eine Handbreit tief.

Die Wurzel: Hier liegen nur die Feinwurzeln. Nach Regen ist das bisschen Wasser rasch aufgebraucht.

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