Böden in der Region Maipo

Andenkies im Lehm

Böden

Grab in einem Weinberg von Puente Alto ein Loch. Schon nach kurzer Zeit stößt der Spaten auf runde, faustgroße Steine, eingebettet in eine Masse aus Lehm und Ton. Das ist kein loses Geröll von der Oberfläche. Es ist der alte Grund des Río Maipo.

Über Jahrtausende hat der Fluss, gespeist von schmelzendem Andenschnee, Geröll aus dem Gebirge herangeschwemmt und in breiten Schwemmfächern abgelagert. Näher an den Vorbergen kommen zusätzlich Ablagerungen von Erdrutschen dazu, sogenannter Kolluvialboden, mit gröberem, kantigerem Material als die runden Flusssteine weiter unten. Beide Schichten mischen sich in Alto Maipo auf engem Raum, und deshalb schmecken zwei benachbarte Parzellen manchmal überraschend verschieden.

Nährstoffarm und wasserdurchlässig, das ist die kurze Beschreibung dieses Bodens. Regen und Bewässerungswasser laufen zwischen den Steinen rasch ab, ohne sich zu stauen, und eine Rebe muss ihre Wurzeln tief hinabtreiben, um überhaupt genug zu finden. Genau diese Anstrengung hält den Ertrag klein und die Beeren konzentriert. Der berühmte Weinberg von Don Melchor in Puente Alto, auf gut sechshundertfünfzig Metern Höhe, steht auf genau solchem, kargem Kiesboden.

Ein Mythos hält sich dabei hartnäckig: Der Wein schmecke nach Stein, weil die Rebe Mineralien aus dem Gestein aufnehme. Das stimmt nicht. Was hereinkommt, sind gelöste Salze in derart geringer Menge, dass niemand sie herausschmecken könnte. Der Boden wirkt über einen Umweg, über Wasserhaushalt und gespeicherte Wärme, die er tagsüber aufnimmt und nachts wieder abgibt. Dieser Umweg reicht aus, um aus Cabernet Sauvignon einen der dichtesten Rotweine Südamerikas zu machen.

Grab dich durchSchicht antippen

Dunkler, sandig-lehmiger Boden mit wenig Humus, durchsetzt von einzelnen kleinen Kieseln.

Die Wurzel: Hier sitzen die Feinwurzeln. Nach ein paar trockenen Wochen ohne Bewässerung finden sie kaum noch Wasser.

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