
Basalt & Buntsandstein
Böden
Steig am Pechsteinkopf hinter Forst ein paar hundert Meter den Hang hinauf, und der Boden wechselt die Farbe. Aus hellem Lehm wird tiefes, fast schwarzes Gestein: Basalt, erstarrte Lava aus einem einzigen vulkanischen Riss, der vor rund dreiundfünfzig Millionen Jahren aufbrach. Es ist das einzige Vorkommen dieser Art in der ganzen Pfalz.
Bis in die Achtzigerjahre wurde hier Basalt abgebaut, für Straßen und Gleisschotter, und ein Teil des Abraums landete gleich in den Weinbergen nebenan. Das war Zufall und Glücksfall zugleich. Dunkles Gestein speichert Wärme besser als heller Lehm und gibt sie nachts wieder ab. Genau das braucht Riesling, um auch in kühlen Nächten weiterzureifen. Als der Abbau endete, blieben zwei stillgelegte Brüche zurück, die sich mit Grundwasser füllten, heute zwei kleine Kraterseen mitten im Pfälzerwald, wenige Schritte von den Reben entfernt.
Der Pechstein ist die Ausnahme. Auf dem Großteil der Pfalz liegt Löss, feiner, kalkhaltiger Staub. Der Wind hat ihn nach der letzten Eiszeit über das Land geweht, und heute bedeckt er fast die Hälfte aller Weinberge. Löss hält Wasser gut, wärmt sich schnell und lässt sich leicht bearbeiten, ein Boden, der zuverlässige, aber selten aufregende Weine liefert. Am Haardtrand dagegen, dort wo der Pfälzerwald beginnt, tritt roter Buntsandstein zutage, mager und durchlässig. Auf ihm wachsen die schlankeren, strengeren Rieslinge des Gebiets.
Was die Rebwurzel im Basalt tatsächlich holt, ist nicht der viel zitierte Mineralgeschmack im Glas. Wurzeln nehmen Ionen auf, keine Aromen. Der Boden wirkt über einen Umweg: über Wärme, die er speichert, über Wasser, das er hält oder ableitet. Und über die Tiefe, in die er die Wurzel zwingt. Am Pechstein zwingt der zerklüftete Basalt die Wurzeln tief in die Risse, wo sie auch im trockenen Pfälzer Sommer noch Feuchtigkeit finden. Deshalb tragen Weine von diesem einen Hektar seit Jahrzehnten einen eigenen Namen auf dem Etikett, während ringsum längst wieder Ackerland liegt.
Sandiger Lehm, durchsetzt mit dunklen Basaltbrocken aus dem stillgelegten Steinbruch nebenan.
Die Wurzel: Die Feinwurzeln holen hier, was der Regen bringt, und sind als Erste trocken.