Rebsorten in der Region Hampshire

Champagner-Trio & Bacchus

Rebsorten

Drei Sorten tragen fast den gesamten englischen Schaumwein. Alle drei stammen aus der Champagne: Chardonnay, Pinot Noir und Pinot Meunier. Zusammen stehen sie auf rund zwei Dritteln der englischen Rebfläche. In Hampshire pflanzt praktisch jedes große Haus dieselben drei, von Hambledon über Exton Park bis Hattingley Valley.

Der Grund liegt im Klima, nicht im Geschmack. Bei kühlen elf bis zwölf Grad Jahresmitteltemperatur reifen dünnschalige, früh austreibende Sorten zuverlässiger als späte, kräftige — genau das sind Chardonnay und die beiden Pinots. Ihre Trauben bleiben klein, ihre Säure bleibt hoch. Für einen Grundwein, der später jahrelang auf der Hefe liegen soll, ist das kein Nachteil, sondern die Voraussetzung.

Für stille Weißweine übernimmt eine andere Sorte die Hauptrolle: Bacchus. Sie klingt englisch, ist es aber nicht. Gezüchtet wurde sie 1933 am Geilweilerhof in der Pfalz, aus einer Kreuzung von Silvaner mit Riesling und Müller-Thurgau, freigegeben für den Anbau erst 1972. In Deutschland spielt sie inzwischen kaum noch eine Rolle. In England dagegen ist sie zur dritthäufigsten Rebsorte überhaupt aufgestiegen, gleich hinter Chardonnay und Pinot Noir. Der Duft nach Holunderblüte, Stachelbeere und frisch geschnittenem Gras gilt vielen inzwischen als englische Antwort auf Sauvignon Blanc.

Welche Klon-und-Unterlage-Kombination an einem Hang steht, entscheidet in Hampshire fast mehr als die Sortenwahl selbst. Klon meint die genaue Spielart einer Sorte, Unterlage die Wurzel, auf die man sie pfropft. Als Ian Kellett Hambledon 2005 neu bepflanzte, testete er 27 solcher Kombinationen gleichzeitig, weil niemand vorher wusste, welche mit Kreideboden und kühlen Nächten am besten zurechtkommt. Manche Betriebe setzen zusätzlich auf Pinot Noir Précoce, eine früher reifende Mutation des Pinot Noir, um in kalten Jahren überhaupt genug Reife zu erreichen.

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