
Marnes & Kalkschutt
Böden
Grab in einem Weinberg bei Arbois ein Loch, und du triffst nach wenigen Spatenstichen auf blaugrauen Ton, der in dünnen, brüchigen Platten bricht. Das ist eine Marne, ein Gestein zwischen Ton und Kalk, hier meist blau bis grau gefärbt, entstanden im Lias, einer Erdzeit vor rund 180 Millionen Jahren, als über dem heutigen Jura noch ein flaches Meer lag.
Diese blauen Marnen speichern Wasser wie ein Schwamm und geben es langsam wieder ab. Das ist für Savagnin entscheidend. Die Sorte reift spät und verlangt bis in den September hinein nach stetiger Feuchtigkeit, sonst stockt sie mitten in der Reife. Wo diese Marnen liegen, meist um Arbois und L’Étoile, stehen deshalb die anspruchsvollsten Weißweine des Jura.
Ein paar Kilometer weiter, etwa um Pupillin, wechselt die Farbe komplett. Dort liegen bunte Mergel aus dem Trias, schwarz bis dunkelrot, tonig und reich an Kieselsäure. Auf diesem Boden fühlt sich Poulsard am wohlsten. Der Unterschied schmeckt man: hellere, leichtere Rotweine als auf dem schwereren Lias-Boden.
Dazwischen und darunter liegt Kalkstein, oft als grober Schutt von den Steilhängen des Plateaus, gut durchlässig und ein Ausgleich zu den schweren Marnen. Wo er an die Oberfläche kommt, wie in L’Étoile, zeigt sich etwas Besonderes. Der Boden ist übersät mit winzigen versteinerten Sternen, Bruchstücken von Seelilien aus demselben Urmeer. Der Ort und seine Appellation verdanken diesen Fossilien wohl ihren Namen.
Dünne dunkle Auflage aus verrottetem Laub, kaum eine Handbreit dick auf den steilen Hängen des Revermont.
Die Wurzel: Hier liegen die Feinwurzeln. Nach jedem Regen sind sie zuerst versorgt und als Erste wieder trocken.