Region & Geschichte in der Region Provence

Phokäer bis heute

Region & Geschichte

Um 600 vor Christus legten griechische Seefahrer aus Phokäa an einer Bucht im heutigen Marseille an. Sie gründeten Massalia und brachten Reben mit. Die Bucht war kein Zufall. Der Wein, den sie kelterten, blieb hell, weil die Schalen kaum Zeit im Saft hatten. Das war ein Vorläufer dessen, was aus der Provence heute um die Welt geht. Archäologen fanden in der Marseiller Altstadt Traubenkerne aus zerbrochenen Amphoren, Reste dieser frühesten Weinernten Frankreichs.

Die Römer übernahmen den Weinbau und trugen ihn ins Landesinnere. Bei Aix-en-Provence, am Fuß des Bergs Sainte-Victoire, sollen der Überlieferung nach heimkehrende Soldaten des Feldherrn Marius die ersten Reben von Palette gepflanzt haben. Genau weiß es niemand. Das war im Jahr 102 vor Christus, kurz nach ihrem Sieg über die Teutonen, und Palette zählt bis heute zu den kleinsten und ältesten Lagen der Provence.

Im Mittelalter geriet der Handel über weite Strecken ins Stocken, und vor allem die Klöster hielten den Weinanbau am Leben, Jahrhundert um Jahrhundert.

Die offizielle Ordnung kam erst im zwanzigsten Jahrhundert, und zwar in Schüben. Recht kam spät. Cassis wurde 1936 zur ersten Appellation der Provence, kaum ein Jahr nach den allerersten AOC Frankreichs überhaupt. Bandol folgte 1941 mit strengen Regeln für seinen Mourvèdre. Die Côtes de Provence dagegen, heute mit weitem Abstand die größte Appellation der Region, blieb bis 1977 nur eine einfache Qualitätsstufe namens VDQS. Den Rang einer AOC musste sie sich über sechsundzwanzig Jahre lang erarbeiten.

In den Sechzigerjahren machte der Jetset von Saint-Tropez den blassen Wein aus der Nachbarschaft zum Sommergetränk der Reichen, und der Ruf hielt bis heute. Fast neunzig Prozent des in der Provence erzeugten Weins sind inzwischen Rosé, und die Region liefert rund vierzig Prozent des französischen AOC-Rosés.

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