Gläser in der Region Basilikata

Ballonglas für Aglianico

Gläser

Aglianico ist im Glas ein Sonderfall: dunkel wie Tinte, aber mit Tannin und Säure, die selbst kräftige Rotweine wie Nebbiolo aus dem Piemont übertreffen können. Ein zu enges Glas verstärkt genau diese Schärfe. Wer den Wein weich trinken will, braucht Platz für Luft.

Deshalb greift man zu einem großen, bauchigen Kelch, ähnlich dem sogenannten Ballonglas für kräftigen Burgunder. Die breite Fläche am Boden lässt viel Sauerstoff an den Wein, was das dichte Tannin der Aglianico-Trauben spürbar rundet, bevor der erste Schluck die Zunge erreicht. Die enger werdende Öffnung darüber sammelt den Duft, statt ihn sofort verfliegen zu lassen. Bei Aglianico ist das ein Bouquet aus dunkler Kirsche, Tabak und einer rauchigen, fast mineralischen Note, die viele mit dem Vulture in Verbindung bringen.

Bei der Temperatur wird oft zu warm serviert. Sechzehn bis achtzehn Grad sind für Aglianico del Vulture richtig, spürbar kühler als das, was viele heute als Zimmertemperatur empfinden. Bei zwanzig Grad und mehr tritt der Alkohol stärker hervor, und das ohnehin kräftige Tannin wirkt zusätzlich bitter statt samtig. Ein Viertelstündchen im Kühlschrank reicht, um das zu korrigieren.

Ein junger Aglianico del Vulture, gerade erst auf den Markt gekommen, verträgt eine halbe Stunde Luft im Dekanter gut. Ein Riserva mit seinen mindestens fünf Jahren Reifung braucht sie fast zwingend. Nach so langer Zeit im Keller — oft in den kühlen Tuffhöhlen der Gegend gereift — ist der Duft hinter dem Korken regelrecht verriegelt. Erst eine Stunde am offenen Glas öffnet ihn wieder vollständig.

Ganz anders behandelt man den Greco aus der Gegend von Matera, den einzigen eigenständigen Weißwein der Region. Er kommt kühl serviert, um die acht Grad, in ein deutlich kleineres, schlankeres Glas. Dieses bündelt seinen zarten Duft nach Blüten und Pfirsich, statt ihn in einem großen Kelch zu verlieren. Zwei Weine derselben Region, zwei völlig gegensätzliche Gläser.

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