Böden in der Region Emilia-Romagna

Sand statt Stein

Böden

Grab in einem Weinberg bei Sorbara ein Loch, und du triffst auf keinen Stein. Nach der dünnen, dunklen Humusschicht kommt Sand. Feiner, lockerer Sand, wie am Strand — nur fünfzig Kilometer von der Küste entfernt. Das ist das Erbe zweier Flüsse.

Secchia und Panaro haben diese Ebene über Jahrtausende mit Geröll, Schlamm und eben Sand aufgeschüttet. Hochwasser für Hochwasser, Schicht für Schicht. Im Streifen zwischen den beiden Flüssen, der klassischen Zone des Lambrusco di Sorbara, überwiegt der Sand so stark, dass Winzer dort vom Sandwein sprechen.

Sandiger Boden lässt Wasser sofort durch, hält kaum Nährstoffe fest und bremst jede Rebe, die zu üppig wachsen will. Das klingt nach Nachteil und ist hier ein Vorteil. Die Wurzel muss arbeiten, der Ertrag bleibt von selbst niedrig, und was ankommt, ist konzentriert. Deshalb ist der Lambrusco di Sorbara trotz seiner blassen, fast durchscheinenden Farbe der säurereichste und duftigste der ganzen Familie.

Wenige Kilometer weiter, an den Hügeln von Castelvetro, hört der Sand auf, und Ton beginnt. Dort, wo der Grasparossa wächst, ist der Boden schwer, kalkhaltig und wasserspeichernd — das Gegenteil von Sorbara. Schwerer Ton liefert dickere Schalen, mehr Farbe und mehr Tannin, den rauen Gerbstoff aus der Beerenhaut. Genau das schmeckt man: Grasparossa ist der dunkelste und gerbstoffreichste Lambrusco überhaupt, während Sorbara der hellste bleibt.

Weiter südlich, in den Sangiovese-Hügeln um Bertinoro, kommen noch andere Gesteine dazu. Mariner Kalkmergel bei Bertinoro selbst, sandig-kiesige Terrassen namens Spungone bei Predappio, Mergel und Sandstein bei Modigliana. Jede dieser Zonen darf ihren eigenen Namen aufs Etikett schreiben, weil der Unterschied im Glas tatsächlich ankommt.

Ein Vorurteil hält sich hartnäckig: Sandboden gilt als armer Boden, kaum der Rede wert. Für Gemüse mag das stimmen. Für den Lambrusco di Sorbara ist er der Grund, warum dieser Wein unter allen Lambrusco-Typen der eleganteste bleibt — nicht obwohl, sondern weil hier kein Stein, sondern loser Sand unter der Rebe liegt.

Grab dich durchSchicht antippen

Dünne dunkle Auflage aus Flussschlamm und verrottetem Pflanzenmaterial, abgelagert bei den letzten Überschwemmungen von Secchia und Panaro.

Die Wurzel: Hier sitzen die Feinwurzeln, die den ersten Regen aufnehmen — und im Sommer als Erste austrocknen.

Bilder mit KI erstellt · Texte KI-gestützt, redaktionell geprüft

Dürfen wir messen, wie Gustofolio benutzt wird? Dafür würden wir Google Analytics laden und ein Cookie auf deinem Gerät speichern. Das hilft uns zu sehen, welche Bereiche gebraucht werden — mehr nicht. Inhalte deiner Sammlung werden dabei nicht übertragen.

Ohne deine Zustimmung passiert nichts davon, und Gustofolio funktioniert vollständig weiter. Du kannst deine Entscheidung jederzeit ändern. Einzelheiten in der Datenschutzerklärung.