Böden in der Region Latium

Pozzolana und Tuffstein

Böden

Grab in einem Weinberg bei Frascati ein Loch. Die Schaufel sinkt überraschend leicht ein. Nach der dünnen Humusschicht kommt kein Stein, sondern lockere, sandige Erde in warmem Rotbraun — Pozzolana, benannt nach der Stadt Pozzuoli, wo die Römer sie zuerst für ihren Zement nutzten.

Ihre Geschichte beginnt vor etwa sechshunderttausend Jahren, als der Vulcano Laziale zu explodieren begann. Vor rund dreihundertfünfzigtausend Jahren stürzte seine Magmakammer ein und hinterließ eine gewaltige Caldera, genau dort, wo heute die Weinberge der Castelli Romani liegen. Asche und Lapilli aus diesen Ausbrüchen türmten sich meterhoch übereinander.

Wo die Asche unverfestigt blieb, nennen die Bauern sie terrinella: locker, durchlässig, ohne jede Verbackung. Wasser läuft rasch hindurch und staut sich nirgends. Die Wurzel dringt mühelos ein — anders als bei festem Gestein liegt die Herausforderung hier nicht im Durchkommen, sondern im geringen Nährstoffangebot einer so jungen, porösen Erde.

Tiefer, oft ab einem halben Meter, wird die Asche zu Tuffstein verbacken. Hart genug, dass man mit der Spitzhacke arbeiten muss. Dieser Tuffstein hält deutlich mehr Wasser als die Pozzolana darüber und liefert den Reben genau dort, wo es im August entscheidend wird, den letzten Vorrat.

Diese Kombination erklärt den Charakter der Malvasia Puntinata. Viel Frucht und Blütenduft kommt von der lockeren, warmen Pozzolana obenauf, dazu eine straffe, fast salzige Note aus der Tiefe, wo die Wurzel auf den harten Tuff trifft.

Fünfzig Kilometer weiter östlich, in Piglio, gilt das alles nicht mehr. Cesanese wächst dort nicht auf Vulkanerde, sondern auf einem roten, tonig-kalkigen Boden aus verwittertem Kalkgestein der Monti Ernici, durchsetzt mit Geröll. Fester, kargere Böden bremsen den Ertrag und konzentrieren den Wein. Deshalb schmeckt Cesanese aus Piglio meist dichter und dunkler als mancher Wein von den Vulkanhängen weiter westlich.

Grab dich durchSchicht antippen

Dünne dunkle Auflage aus organischem Material auf dem porösen Vulkanboden, in den Weinbergen der Castelli Romani selten dicker als eine Handbreit.

Die Wurzel: Hier liegen die Feinwurzeln und nehmen auf, was der Regen bringt — in trockenen Sommern sind sie als Erste durstig.

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