Rebsorten in der Region Latium

Malvasia und Cesanese

Rebsorten

Zwei Trauben bestimmen das Bild, eine weiße und eine rote, und beide tragen einen Ortsnamen im zweiten Vornamen. Die Malvasia Puntinata, offiziell Malvasia del Lazio, ist nach den kleinen braunen Punkten benannt, die auf der Beerenhaut sitzen wie Sommersprossen. Sie gilt als die anspruchsvollere von zwei Malvasia-Sorten in der Region.

Ihre Schwester, die Malvasia Bianca di Candia, bringt mehr Ertrag und weniger Duft. Deshalb gab sie jahrzehntelang den Ton an, als Menge wichtiger war als Aroma. Erst als Winzer wieder auf die Puntinata setzten, kehrten Blütenduft und eine leicht bittere, mandelartige Note zurück, die einen guten Frascati von einem beliebigen weißen Landwein unterscheidet. Seit die Regeln mindestens siebzig Prozent Puntinata für die DOCG Frascati Superiore vorschreiben, ist die Rangfolge geklärt.

Älter als beide ist der Bellone. Schon Plinius der Ältere soll ihn unter dem Namen Uva Pantastica erwähnt haben. Sein zweiter Name, Cacchione, spielt auf seine ungewöhnlich große Beere an. Er wächst vor allem an der Küste bei Anzio und Nettuno, wo er einen kräftigen, leicht salzigen Weißwein ergibt — nah am Meer schmeckt man das im Glas.

Dazu kommen Trebbiano Toscano und sein gelbhäutiger Verwandter Trebbiano Giallo, den man hier Rossetto nennt. Beide liefern Säure und Frische, treten aber im Duft zurück. Sie stützen die Malvasia im Verschnitt, mehr nicht. Die Hauptrolle bleibt der Puntinata vorbehalten.

Beim Rotwein gibt es nur eine ernstzunehmende Antwort: Cesanese, eine Sorte, die es fast nirgendwo sonst auf der Welt gibt. Zwei Spielarten stehen nebeneinander im Weinberg. Cesanese Comune hat die große Beere, Cesanese d'Affile die kleine, dickschaligere — genetisch fast identisch, im Ergebnis aber verschieden: Affile liefert die konzentrierteren, dichteren Weine und gilt unter Winzern als die edlere Form.

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