Böden in der Region Marken

Ton, Kalk, Sandstein

Böden

Grab in einem Weinberg der Castelli di Jesi ein Loch, dreißig Zentimeter tief. Du triffst auf Ton, blaugrau, fein und leicht klebrig zwischen den Fingern. Geologen nennen die Schicht Argille Azzurre, blaue Tone, abgesetzt vor rund fünf Millionen Jahren auf dem Grund eines flachen Meeres, das heute die Poebene und die Adria trennt. Damals lag hier Wasser. Heute liegt hier Verdicchio.

Dieser Ton hält Wasser fest, viel länger als sandiger Boden es könnte, und genau das rettet die Rebe über die trockenen Sommerwochen. Gleichzeitig ist er reich an Kalziumkarbonat, das die Wurzeln nur langsam Nährstoffe ziehen lässt und den Ertrag natürlich bremst, ohne dass der Winzer eingreifen muss. Unten, meist ab einem Meter Tiefe, wechselt der blaue Ton in helleren, härteren Sandstein, eine sogenannte Arenaria aus verfestigtem Meeressand des Miozäns. Wurzeln, die dort ankommen, finden Wasser noch im August.

Zwanzig Kilometer weiter östlich, direkt am Meer, sieht der Boden völlig anders aus. Der Monte Conero ist keine Ton-, sondern eine Kalksteinklippe, die einzige an der ganzen italienischen Adriaküste zwischen Triest und dem Gargano. Ihr Gestein besteht aus zusammengepressten Schalen uralter Meeresbewohner, hart und rissig statt weich und formbar. Montepulciano muss sich durch enge Spalten zwängen, um überhaupt Wasser zu finden. Das kostet Kraft. Diese Kraft steckt später als Tannin im Glas.

In Matelica, im geschlossenen Tal hinter dem Monte San Vicino, mischt sich beides: kalkhaltiger Ton, aber trockener gelagert als an der Küste, weil das Tal selbst schon wie ein natürlicher Abfluss wirkt. Der Verdicchio von dort schmeckt deshalb schlanker und salziger als der aus Jesi, obwohl beide von derselben Rebsorte stammen und nur fünfzig Kilometer trennen.

Grab dich durchSchicht antippen

Dünne, dunkle Auflage aus verrottetem Laub und bearbeitetem Boden. In den Hügeln der Castelli di Jesi selten mehr als eine Handbreit tief.

Die Wurzel: Hier liegen die Feinwurzeln, die den Regen der letzten Wochen aufnehmen — und im Hochsommer als Erste austrocknen.

Bilder mit KI erstellt · Texte KI-gestützt, redaktionell geprüft

Dürfen wir messen, wie Gustofolio benutzt wird? Dafür würden wir Google Analytics laden und ein Cookie auf deinem Gerät speichern. Das hilft uns zu sehen, welche Bereiche gebraucht werden — mehr nicht. Inhalte deiner Sammlung werden dabei nicht übertragen.

Ohne deine Zustimmung passiert nichts davon, und Gustofolio funktioniert vollständig weiter. Du kannst deine Entscheidung jederzeit ändern. Einzelheiten in der Datenschutzerklärung.