
Meer trifft Matese
Klima
Zwischen der milden Adria und dem Gipfel des Monte Miletto liegt ein ganzes Klima, obwohl die Strecke dazwischen kurz wirkt. An der Küste bei Termoli ist der Winter mild, im Januar rund acht Grad im Mittel. Der Sommer bleibt trocken und warm, mit fünfundzwanzig Grad im Juli und August.
Oben, im zentralen Molise um Campobasso, sieht die Rechnung anders aus. Die Jahresmitteltemperatur liegt dort nur noch bei etwa dreizehn Grad. Im Winter fällt regelmäßig Schnee, denn der Matese im Westen ragt mit seinem höchsten Gipfel, dem Monte Miletto, auf über zweitausend Meter. Dieser Gegensatz zwischen warmer Küste und kühlem Bergland ist der eigentliche Trumpf der Region.
Auch beim Regen trennt sich das Land. An der Küste fallen im Jahr etwa sechshundert Millimeter, in den Bergen über fünfzehnhundert. Wer an der Küste pflanzt, muss selten um zu viel Nässe fürchten. Wer in der Höhe pflanzt, kann sich meist auf genug Wasser verlassen, ganz ohne künstlich zu bewässern.
Für Tintilia hat der Höhenunterschied eine feste Regel bekommen. Die DOC schreibt vor, dass ihre Reben mindestens zweihundert Meter über dem Meer stehen müssen, und in der Praxis liegen die besten Lagen oft deutlich höher, an den Hängen um Isernia und im Biferno-Tal. Kühle Nächte in dieser Höhe halten die Säure fest, während der Tag genug Wärme liefert, damit die Beere trotzdem reift.
Der Herbst zeigt beide Seiten des Molise gleichzeitig. Während an der Küste noch gebadet wird, färbt sich das Laub in den Bergen schon. Zwischen September und Oktober beginnt die Lese in unterschiedlicher Höhe zu unterschiedlicher Zeit. Wer im selben Betrieb sowohl Tintilia in der Höhe als auch Trebbiano nahe der Küste anbaut, erntet nie an einem einzigen Tag, sondern über Wochen verteilt.