Böden in der Region Codru

Tschernosjom über Kalkstein

Böden

Grab in einem Weinberg bei Ialoveni ein Loch. Die ersten fünfzig Zentimeter sind fast schwarz, Tschernosjom, die berühmte Schwarzerde, die aus Löss und Jahrtausenden von Steppengras entstanden ist. Sie gilt als Moldaus fruchtbarster Boden.

Rund zweiundsechzig Prozent des Codru-Gebiets liegen auf diesem Tschernosjom, in mehreren Spielarten von kalkhaltig bis stark ausgewaschen. Wo Wald stand oder noch steht, um die vierzehn Prozent der Fläche, findet man hellere, magerere Braunerden. Unter beiden liegt derselbe Untergrund, der der ganzen Region ihren Namen aus der Tiefe gibt: Kalkstein. Er ist überall.

Genau dieser Kalkstein wurde jahrhundertelang aus dem Boden gebrochen, um Chișinău zu bauen. Aus denselben Gängen wurden später die Stollen von Cricova und Mileștii Mici. Für die Rebwurzel bedeutet dasselbe Gestein etwas anderes: einen Speicher. Sobald sie durch die Schwarzerde und die darunterliegende, mit Kalk angereicherte Lössschicht gedrungen ist, findet sie im Kalkstein Wasser, das noch aus dem feuchten Frühjahr stammt.

Wasser ist hier knapp im Sommer. Dieser Vorrat entscheidet über trockene Jahre. Reben auf flachgründiger Schwarzerde ohne Zugang zum Kalkstein leiden im August sichtbar, während tiefwurzelnde Stöcke gleichmäßig weiterreifen und konzentriertere Trauben liefern. Deshalb schmecken die besten Weißweine aus Codru nach Frucht und trotzdem gespannt, weil die Wurzel arbeiten musste, um an ihr Wasser zu kommen. Diese Kombination aus Schwarzerde und Kalkstein gilt unter Winzern als einer der verlässlichsten Böden für Weißwein im ganzen Land, weil sie Wasser speichert und sich trotzdem im Frühjahr rasch erwärmt.

Grab dich durchSchicht antippen

Dunkle, humusreiche Schwarzerde aus Löss, entstanden unter jahrtausendealter Steppenvegetation. Moldaus bekanntester Boden.

Die Wurzel: Hier liegen die Feinwurzeln und der Großteil der Nährstoffe. Im Hochsommer trocknet diese Schicht als Erste aus.

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