Böden in der Region Ștefan Vodă

Cernoziom & Kalk

Böden

Grab in einem Weinberg bei Purcari ein Loch. Die ersten vierzig, fünfzig Zentimeter sind fast schwarz, so dunkel, dass man das Wort Schwarzerde sofort versteht. Das ist Cernoziom, einer der fruchtbarsten Böden der Erde, und er zieht sich als breites Band von hier bis in die ukrainische Steppe.

Jahrtausende an Steppengras haben diese Schicht aufgebaut, Halm für Halm, Wurzel für Wurzel. Der Humusanteil erreicht an manchen Stellen fünf oder sechs Prozent, für einen Ackerboden ein Spitzenwert. Für Wein ist das eigentlich zu viel des Guten. Zu satt macht Reben faul, sie treiben üppiges Laub statt konzentrierter Beeren. Deshalb pflanzen die besten Güter der Region lieber auf den mageren Terrassen und Hügeln, wo die Schwarzerde dünner ausfällt.

Unter dem Humus wird der Boden heller. Kalk übernimmt. Er kommt in Gestalt harter weißer Knollen, die man hier „păpuși“ nennt, Puppen, weil ihre runden Formen an kleine Figuren erinnern. Sie stauen Wasser wie ein Schwamm im Frühjahr und geben es im trockenen August langsam wieder ab. Auf den kastanienbraunen und podsolischen Böden weiter oben am Hang ist dieser Kalkhorizont dünner, dafür kommt mehr Ton dazu, der Wasser noch länger festhält.

Ganz unten, auf den Terrassen am Nistru, liegt eine dritte Schicht: Lehm und Kies. Ein Fluss lagerte sie ab, der seinen Lauf seit der letzten Eiszeit mehrfach verschoben hat. Rebwurzeln erreichen diese Tiefe erst nach Jahren. Wer sie erreicht, kommt an Wasser, das selbst der trockenste Sommer nicht austrocknet. Genau diese Reben liefern die dichtesten Trauben für den Negru de Purcari.

Ein Irrtum hält sich auch hier hartnäckig: dass der Kalk dem Wein einen eigenen Geschmack mitgibt, den man im Glas als „mineralisch“ wiedererkennt. Die Rebe nimmt keine Steinaromen auf, dafür sind die Mengen an gelösten Mineralien viel zu klein. Was der Boden wirklich tut, ist Wasser speichern, Wärme abgeben und die Wurzel in die Tiefe zwingen, am Nistru wie in jedem anderen Weinberg der Welt.

Grab dich durchSchicht antippen

Fast schwarzer Humusboden, einer der fruchtbarsten der Erde, aufgebaut aus Jahrtausenden verrottetem Steppengras.

Die Wurzel: Feinwurzeln holen hier Wasser und Nährstoffe, solange der Frühling feucht bleibt.

Bilder mit KI erstellt · Texte KI-gestützt, redaktionell geprüft

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