Böden in der Region Valul lui Traian

Tschernosem & Löss

Böden

Grab in einem Weinberg der Bugeac-Steppe ein Loch. Nach wenigen Spatenstichen triffst du auf Schwarz, auf Tschernosem, wörtlich schwarze Erde, benannt nach ihrer tiefdunklen, fast kohligen Farbe. Fast achtzig Prozent der Fläche von Valul lui Traian bestehen aus diesem einen Bodentyp. Das ist mehr als irgendwo sonst in den drei moldauischen Weinregionen des Landes.

Seine Farbe verdankt der Tschernosem Jahrtausenden von Steppengras. Die Wurzeln sterben jeden Herbst ab und verrotten im Boden, Schicht für Schicht, Jahr für Jahr, bis eine tiefe, nährstoffreiche Humusschicht entsteht, wie sie sonst nur wenige Regionen der Welt kennen. Für Getreide ist das ein Segen. Für Reben ist es zunächst eine Falle.

Zu viele Nährstoffe und zu viel gespeichertes Wasser lassen die Rebe treiben statt reifen. Es entstehen viel Laub, viele Trauben und wenig Konzentration im Saft. Deshalb zählt in Valul lui Traian, welche Unterart von Tschernosem im Weinberg liegt. Der karbonathaltige Tschernosem, mit 38 Prozent die häufigste Spielart, ist etwas magerer und wärmer, weil der Kalk im Untergrund die Sonne speichert. Der gewöhnliche Tschernosem, mit 31 Prozent fast ebenso verbreitet, hält mehr Wasser und bringt fülligere, weichere Weine hervor.

Fast die Hälfte der Böden ist zudem lehmig-tonig, verdichtet und schwer für die Wurzel zu durchdringen. Das zwingt die Rebe in die Tiefe. Sie sucht dort nach Wasser, das an der Oberfläche im trockenen Sommer längst verdunstet ist. Wo der Tschernosem ausgewaschen ist, nur sechs Prozent der Fläche, wird der Boden heller und saurer, und dort stehen eher die weißen Sorten. Zwischen Bugeac-Steppe und den Terrassen am Prut wechseln diese Bodentypen oft innerhalb eines einzigen Weinbergs.

Grab dich durchSchicht antippen

Tiefschwarze, krümelige Humusschicht aus Jahrtausenden verrotteten Steppengrases, eine der mächtigsten Humusschichten Europas.

Die Wurzel: Hier findet die Rebe reichlich Nährstoffe, aber genau das bremst die Reife, wenn die Wurzel nicht tiefer geht.

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