Klima in der Region Wallis

Föhn und Trockenheit

Klima

Das Wallis liegt mitten in den Alpen und hat trotzdem ein Klima, das eher an den Süden erinnert. Fachleute nennen es Steppenklima: trocken, sonnig, mit kühlen Nächten, die den Tag ausgleichen. Mit weniger als sechshundert Millimetern Niederschlag im Jahr ist es der trockenste Kanton der Schweiz, dazu kommen rund zweitausend Sonnenstunden.

Verantwortlich dafür sind die Berge selbst. Gipfel von viertausend Metern und mehr halten den Regen ab, bevor er das Tal erreicht. Wenn sich die Wolken doch stauen, fegt sie der Föhn weg. Dieser warme, trockene Fallwind bläst besonders im Herbst durchs Rhonetal und trocknet die Trauben nach jedem Regen wieder ab. So bleiben sie kurz vor der Ernte von Fäulnis verschont.

Noch wichtiger für den Geschmack ist der Unterschied zwischen Tag und Nacht. Tagsüber heizt die Sonne die Steilhänge auf, nachts kühlen sie schnell wieder ab. Genau dieser Wechsel treibt gegen Ende der Reife die Aromen in der Beere auseinander. Ein Wallis-Wein schmeckt deshalb oft konzentrierter, als sein Alkoholgehalt vermuten lässt. Das Tal kennt keinen Mittelweg.

Die meisten Rebberge liegen zwischen vierhundertfünfzig und gut achthundert Metern über Meer, aber das Wallis kennt auch Extreme. In Visperterminen wachsen Reben bis auf elfhundertfünfzig Meter, geschützt im Föhnkanal des Vispertals und trotzdem warm genug, um reif zu werden. Es ist der höchstgelegene zusammenhängende Weinberg Europas.

Ganz ohne Risiko ist dieses Klima nicht, denn die Gletscher liegen nah, und Spätfröste im Frühling können ganze Ernten kosten, manchmal über Nacht. Dafür schenkt der trockene, sonnige Spätherbst mit kühlen Nächten und Morgentau oft ideale Bedingungen für Süssweine, mit und ohne die Edelfäule Botrytis, einen Pilz, der der Traube gezielt Wasser entzieht und ihre Aromen dabei konzentriert wie durch ein Brennglas. Wo im Sommer trotzdem Wasser fehlt, wird heute kontrolliert bewässert.

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