Böden in der Region Jumilla

Kalk, Sand, Tosca

Böden

Grab in einem Weinberg bei Jumilla ein Loch. Schon nach wenigen Spatenstichen wird der Boden hell, braun bis rötlich-braun, locker und voller Steine. Kalk bestimmt hier fast alles. Die Struktur ist sandig-lehmig statt tonig, und genau das unterscheidet diesen Boden vom Rest Spaniens.

Dieser Boden ist nicht dort entstanden, wo er heute liegt. Er wurde herangetragen: Schutt und Geröll aus den umliegenden Hügeln, abgetragen über Jahrmillionen vom Ende des Tertiärs bis weit ins Quartär hinein. Erst dann setzte sich die kalkhaltige Masse endgültig in den Becken des Altiplano ab. Die Tiefe wechselt deshalb von Parzelle zu Parzelle stark, obwohl der Ausgangsstoff überall derselbe war. Meistens reicht der lockere Untergrund erstaunlich tief, und eine Rebe, die hier alt werden darf, treibt ihre Wurzeln über Jahre immer weiter nach unten.

Wer weitergräbt, stößt irgendwann auf eine harte, helle Bank. Vor Ort heißt dieses fossile, verkittete Sandgestein tosca — dieselbe Kalkkruste, aus der man in der Gegend früher auch Häuser baute. An mancher Parzelle liegt sie so nah unter der Oberfläche, dass Winzer sie vor dem Pflanzen mit Maschinen aufbrechen müssen, sonst dringt keine junge Wurzel hindurch. Darunter wartet Feuchtigkeit, gespeichert seit dem letzten Herbstregen und oft die einzige Reserve, die einer Rebe im August noch bleibt.

Genau diese lockere Struktur hat der Region einen unwahrscheinlichen Vorteil verschafft. Ein Schädling, der sich durch feuchten, festen Ton wühlen muss, um von Wurzel zu Wurzel zu wandern, findet in losem Sand kaum Halt. Mineralien selbst schmeckt man deshalb trotzdem nicht heraus, so hartnäckig sich dieser Glaube hält — was der Kalk wirklich liefert, sind Wasser im richtigen Maß, ein basisches Milieu und gespeicherte Tageswärme, die er nachts wieder abgibt. Ein Umweg. Aber der ganze Grund, warum dieser Boden überhaupt zählt.

Grab dich durchSchicht antippen

Heller, braun bis rötlich-braun gefärbter Boden aus Sand und Lehm, locker und voller Steine, arm an Humus.

Die Wurzel: Hier sitzen die Feinwurzeln. Sie finden kaum Nährstoffe und nach ein paar trockenen Wochen auch kein Wasser mehr.

Bilder mit KI erstellt · Texte KI-gestützt, redaktionell geprüft

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