Herstellung in der Region Jumilla

Ertrag statt Menge

Herstellung

Wie viel ein Weinberg tragen darf, ist in Jumilla keine Frage des Zufalls, sondern eine Zahl im Reglement. Auf traditionell bepflanzten Flächen, mit locker stehenden alten Stöcken, sind höchstens fünftausend Kilo Trauben je Hektar erlaubt. Dichter gepflanzte, moderne Anlagen dürfen fast das Doppelte bringen, aber wer auf Menge geht, bekommt selten Konzentration mit dazu. Die alten Parzellen tragen weniger, dafür Trauben, in denen mehr steckt.

Im Keller beginnt die eigentliche Arbeit mit der Schale. Weil Monastrell von Natur aus dickhäutig und farbstark ist, reicht schon eine moderate Zeit auf der Maische, um Farbe und Tannin ins Fass zu holen. Zu lang, und der Wein wird hart statt kraftvoll. Die Trauben werden entrappt, angequetscht und vergoren, während die Schalen mitschwimmen und ihre Stoffe langsam an den Most abgeben.

Früher zählte dabei vor allem eines: möglichst viel Farbe, möglichst viel Alkohol. Der klassische vino de doble pasta entstand, indem man dem bereits gepressten Wein einen zweiten Schub angequetschter Trauben zusetzte. Alles gärte noch einmal, bis ein fast schwarzes, hochprozentiges Konzentrat entstand. Es war Handelsware, kein Trinkwein für den eigenen Tisch. Erst 1993 änderte sich das. Casa Castillo füllte seinen ersten Wein unter eigenem Namen ab, und damit begann in Jumilla eine Zeit, in der Bodegas ihre Trauben selbst zu Ende dachten, statt sie in Tanklastern nach Norden zu schicken.

Auf dem Etikett dürfen seither auch Crianza, Reserva und Gran Reserva stehen, dazu die selteneren Begriffe Noble, Añejo und Viejo. Die Denominación hat dafür keine eigenen, strengeren Fristen festgelegt. Also gelten die spanischen Mindestzeiten: zwei Jahre für Crianza, drei für Reserva, fünf für Gran Reserva, jeweils mit einem Teil davon im Eichenfass. Reserva und Gran Reserva dürfen deshalb nie in der Bag-in-Box landen, obwohl einfache Jumilla-Weine das dürfen. Sie brauchen per Definition Zeit in der Flasche, und die lässt sich nicht abkürzen.

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