Böden in der Region La Mancha

Kalk, Ton, Kruste

Böden

Grab in einem Weinberg bei Manzanares ein Loch. Die ersten drei Handbreit sind rötlich-braune, sandige Tonerde, arm an organischem Material, wie es für die ganze Region typisch ist, dafür reich an Kalk und Kreide. Kein Wunder, dass Regen hier kaum eine Pfütze hinterlässt: Das Wasser verschwindet fast so schnell, wie es fällt.

Darunter wird es hart. In vielen Parzellen bildet sich eine regelrechte Kalkkruste, die costra caliza, hart wie Estrich und manchmal mehrere Zentimeter dick. Winzer müssen sie aufbrechen, sonst kommt keine Wurzel hindurch. Diese Arbeit ist so alltäglich, dass sie sogar im offiziellen Regelwerk der Denominación eigens erwähnt wird — ein Boden, der sich gegen seine eigenen Reben wehrt.

Erst darunter, oft erst nach einem Meter, folgt das eigentliche Fundament: helle Kalksteine, Mergel und Sand aus einem Meer, das hier vor Millionen Jahren im Miozän lag. Diese Schicht speichert das wenige Wasser, das durchsickert. Genau dort suchen die Wurzeln in trockenen Sommern Zuflucht.

Was daraus wird, ist bekannt und amtlich beschrieben. Die kalkreichen Böden La Manchas ergeben kräftige, alkoholreiche Rotweine mit gutem Lagerpotenzial, während die sandigeren, ebenfalls kalkhaltigen Parzellen eher trockene, hochprozentige Weine liefern. Zwei Böden, zwei Stile — und beide liegen manchmal nur einen Feldweg voneinander entfernt.

Der karge Boden zwingt jede Rebe zu kleinen Erträgen, und eine Pflanze, die wenig trägt, steckt ihre Kraft in wenige, dafür konzentrierte Beeren. Genau diese Konzentration erklärt, warum die dünne, unscheinbare Erde La Manchas trotzdem Weine mit Substanz hervorbringt. Kärglich ist hier nicht dasselbe wie schwach.

Grab dich durchSchicht antippen

Rötlich-braune, sandige Tonerde, arm an organischem Material und reich an Kalk und Kreide. Nach Regen bleibt hier kaum eine Pfütze stehen.

Die Wurzel: Die Feinwurzeln holen sich, was der seltene Regen bringt — und sind nach wenigen Tagen schon wieder auf sich gestellt.

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