
Form & Rauchnote
Gläser
Ein Glas verändert, wie viel Luft an den Wein kommt und wo der Duft zuerst auf die Nase trifft. Bei den kräftigen Rotweinen aus Stellenbosch macht das einen großen Unterschied. Sowohl Pinotage als auch Cabernet Sauvignon bringen viel Tannin und oft reichlich Alkohol mit.
Ein hohes, bauchiges Glas mit relativ enger Öffnung, wie man es sonst für Bordeaux nimmt, passt hier fast immer am besten. Die große Oberfläche im Bauch lässt Alkohol verdunsten und weicht das Tannin ab, bevor der erste Schluck die Zunge erreicht. Die enge Öffnung verhindert, dass der Alkoholdampf die feineren Noten überdeckt.
Bei Pinotage kommt ein zweiter Grund dazu. Junge, unsorgfältig gemachte Beispiele neigen zu einem Hauch von Aceton oder verbranntem Gummi, und ein zu enges Glas verstärkt genau diese Spitzen. Im großzügigen Bordeauxglas verflüchtigen sich die schärfsten Töne rascher. Pflaume, Rauch und die charakteristische Bananennote treten an ihrer Stelle nach vorne.
Bei der Temperatur gilt: kühler servieren, als man denkt. Sechzehn bis achtzehn Grad genügen für die meisten Rotweine aus dem Distrikt. Gerade bei einem kräftigen Cape Blend mit vierzehn oder mehr Volumenprozent Alkohol verhindert das, dass der Alkohol den Rest überdeckt. Zwanzig Minuten im Kühlschrank reichen normalerweise aus.
Ein junger Pinotage braucht selten eine Karaffe. Ein zehn Jahre alter Cabernet aus dem Simonsberg dagegen schon: Die Tannine haben sich verdichtet, und eine halbe Stunde Luft öffnet den Wein spürbar, noch bevor überhaupt eingeschenkt wird.