
Kalte, ruhige Lager
Fass & Reifung
Ein Fass braucht in Japan gesetzlich mindestens drei Jahre, um „Japanischer Whisky" heißen zu dürfen. Dazu kommt Holz, höchstens 700 Liter Fassungsvermögen, alles nach dem JSLMA-Standard von 2021. Auf Hokkaido bedeutet das oft: mehr Jahre als vorgeschrieben, weil hier alles langsamer geht.
Die Insel ist kälter als der Rest Japans, mit langen Wintern und kühlen Sommern. Fässer atmen bei Kälte weniger. Whisky und Holz tauschen sich langsamer aus als etwa in Chichibu oder Osaka. Dort beschleunigen heiße, feuchte Sommer die Reifung und lassen mehr Flüssigkeit verdunsten, den sogenannten Anteil der Engel.
In den Lagerhäusern von Yoichi liegen die Fässer meist in einfachen, unbeheizten Hallen. Dort sind sie dem Wetter draußen näher als in klimatisierten Kellern. Genau das will Nikka so. Der Unterschied zwischen kaltem Winter und mildem Sommer soll den Whisky arbeiten lassen, nur eben im eigenen Tempo.
Welches Holz im Fass steckt, unterscheidet sich von Abfüllung zu Abfüllung. Häufig ist es amerikanische Eiche, die vorher Bourbon trug, seltener europäische Eiche mit Sherry-Vergangenheit. Beide geben Vanille, Karamell oder dunkle Frucht an den Whisky ab, je nachdem, was vorher im Fass war.
Akkeshi macht aus der Wartezeit ein eigenes System. Die Standardserie trägt Namen nach den vierundzwanzig Jahreszeiten des alten japanischen Kalenders. Jede Abfüllung ist einem anderen Punkt im Jahr zugeordnet, vom ersten Frost bis zur Kirschblüte. So merkt man dem Etikett schon an, in welcher Jahreszeit das Fass gefüllt wurde.