
Mizunara und Sherry
Fass & Reifung
Drei Holzarten prägen Yamazakis Lager: amerikanische Weißeiche aus gebrauchten Bourbon-Fässern, europäische Eiche aus spanischen Sherry-Fässern und eine dritte, die es fast nirgendwo sonst gibt, Mizunara aus japanischer Eiche.
Mizunara wächst vor allem auf Hokkaido, langsam und mit vielen Ästen, was das Holz porös und schwer zu biegen macht. Fassbinder brauchten lange, bis sie daraus wirklich dichte Fässer bauen konnten. Frühe Versuche liefen schlicht aus. Das erklärt, warum Mizunara-Fässer bis heute deutlich teurer sind als amerikanische oder europäische Eiche.
Der Aufwand lohnt sich im Glas: Mizunara gibt einen Ton von Sandelholz und Räucherstäbchen ab, den keine andere Fassart liefert. Weil das Holz so offenporig ist, arbeitet es außerdem stärker mit der Luft im Lager als dichtere Eiche.
Die Lagerhäuser stehen am Hangfuß des Tennozan, in derselben feuchten Luft, die schon die Maische prägt. Für die Fässer bedeutet das ein rascheres Wechselspiel aus Ausdehnen und Zusammenziehen als in einem kühleren Klima. Der Whisky verliert dabei mehr Volumen an die Luft, den sogenannten Anteil der Engel.
Für die Standardabfüllungen kombiniert Suntory alle drei Fasstypen. Für besondere Editionen wie die Yamazaki-Mizunara-Abfüllung reift der Whisky dagegen ausschließlich in der japanischen Eiche, damit ihr Ton ungestört im Vordergrund steht.
Kein anderes Element schwankt in Yamazakis Whisky so stark wie das Fass. Von süßem Karamell der Bourbon-Eiche bis zum harzigen Weihrauchton der Mizunara reicht die Bandbreite. Genau das macht am Ende den Unterschied zwischen einem einfachen und einem vielschichtigen Whisky.