
Weich und präzise
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Alle vier Whiskys aus Zentraljapan nebeneinander im Glas, und das Erste, was auffällt, ist die Zurückhaltung. Kein Torfrauch schlägt einem sofort entgegen, kein Alkohol beißt vorne weg. Was bleibt, ist ein weicher, fast kühler erster Eindruck, der zur Herkunft aus Bergwasser passt.
Der Hakushu 12 Jahre zeigt das am deutlichsten: grün, fast minzig, mit einem Hauch Rauch im Hintergrund, der nie vordrängt. Das kommt von der Mischung aus leicht getorftem und ungetorftem Malz, die Suntory dort seit Jahrzehnten verschneidet, dazu das weiche Granitwasser der Minami-Alpen.
Chichibus „The Peated" schlägt die Gegenrichtung ein: kräftiger Rauch, dazu eine harzige Süße, die viele auf die Mizunara-Bottiche zurückführen, in denen die Maische gärt. Für eine so junge und kleine Brennerei ist das ein mutiger, eigenständiger Ton, der sich von Hakushus Zurückhaltung deutlich abhebt.
Mars Komagatake wiederum schmeckt nach seiner Höhenlage: frisch, mit Apfel und Birne, ein wenig scharf am Gaumen, fast wie kalte Bergluft im Glas. Das schwankende Klima am Komagatake presst den Whisky offenbar genauso schnell durchs Fass, wie es sein Aroma prägt.
Am besten probiert man alle drei pur, mit ein paar Tropfen stillem Wasser dazu, das die Aromen öffnet, ohne sie zu verwässern. Wer direkt vergleichen will, beginnt mit dem leisesten, also meist Hakushu, und arbeitet sich zum kräftigsten vor. So bleibt die Zunge für jede neue Nuance empfänglich.
Ein Nosing-Glas mit schmaler Öffnung bündelt die feinen Aromen besser als ein breiter Tumbler, gerade bei so zurückhaltenden Whiskys wie denen aus Zentraljapan. Zeit hilft zusätzlich: Nach einigen Minuten im Glas treten Frucht und Wasser stärker hervor als beim ersten Schnuppern.