
Kolonnen aus Ilmajoki
Brennen & Rektifikation
Aus der vergorenen Gerstenmaische wird in Ilmajoki reiner Alkohol. Sieben Kolonnen, im Schnitt fünfundzwanzig Meter hoch, bilden das Herzstück der Anlage von Altia. Sie arbeiten nach einem Mehrdrucksystem, bei dem der Dampf mehrere Kolonnen nacheinander durchläuft, statt nur einmal aufzusteigen.
Bevor der Alkohol die Kolonnen erreicht, steht die Gärung: Die geschrotete Gerste wird mit Wasser zu einer Maische verrührt, Enzyme spalten die Stärke in vergärbaren Zucker, und Hefe macht daraus binnen ein bis zwei Tagen eine schwach alkoholische Maische.
Anders als eine klassische Pot-Still-Brennerei, die einmal befüllt und wieder geleert wird, läuft die Anlage in Ilmajoki im Dauerbetrieb: Maische fließt ständig hinein, am anderen Ende der Kolonnenreihe läuft ununterbrochen Alkohol ab. Ein Whisky-Brenner mit einer kupfernen Pot Still würde in der gleichen Zeit nur einen Bruchteil dieser Menge herstellen.
Auf diesem Weg durchläuft der Alkohol nach Unternehmensangaben mehr als zweihundert einzelne Destillationsschritte. Dabei werden Methanol, das in kleinen Mengen bei jeder Gärung entsteht, sowie Fuselöle und andere Nebenprodukte abgetrennt, bevor am Ende reiner Trinkalkohol übrig bleibt.
Die EU-Spirituosenverordnung 2019/787 schreibt für Wodka mindestens 37,5 Prozent Alkohol vor. Koskenkorva Viina kommt mit 38 Prozent knapp darüber heraus, daneben gibt es Ausgaben mit 40 und 60 Prozent. Der Alkohol wird nach der Kolonne mit Rajamäkis Quellwasser und einer kleinen Menge Zucker auf Trinkstärke gebracht.
Finlandia, die international bekanntere Schwestermarke, verlässt dieselben Kolonnen in Ilmajoki. Der Unterschied zu Koskenkorva mit 40 Prozent liegt allein darin, dass dem Finlandia kein Zucker zugesetzt wird, der Rest der Rezeptur ist gleich.