Filtration in der Region Südfinnland

Reinheit ohne Kohle

Filtration

Am Ende der langen Kolonnenreihe kommt ein Alkohol heraus, der schon vor jedem weiteren Schritt kaum noch riecht oder schmeckt. Das unterscheidet ihn von einem rohen Rohbrand aus einer einfachen Pot Still, der oft noch mehrfach nachgebrannt werden muss.

Viele Wodkamarken werben mit einem zusätzlichen Schritt nach der Destillation. Sie filtern durch Birkenkohle, Holzkohle oder Quarzsand, um letzte Fremdstoffe zu binden. Bei Koskenkorva und Finlandia fehlt dieser Schritt in der öffentlich beschriebenen Produktion.

Der Grund liegt im Prozess davor. Die mehr als zweihundert Destillationsstufen der Kolonnenanlage in Ilmajoki trennen Methanol, Fuselöle und andere Begleitstoffe bereits ab, bevor der Alkohol die Anlage verlässt. Ein nachträglicher Filter hätte an einem bereits sehr reinen Destillat wenig zu tun.

Die EU schreibt für Wodka ohnehin vor, dass der Alkohol vor dem Verdünnen mindestens 96 Prozent Volumenprozent erreichen muss, fast reines Ethanol also. Erst danach wird mit Wasser auf Trinkstärke gebracht. Wie viele zusätzliche Filterschritte danach noch folgen, schreibt die Verordnung nicht vor.

Auch beim Verdünnen bleibt der Aufwand gering. Das Quellwasser aus Rajamäki gilt laut Brennerei als so klar, dass es ohne eigene Filteranlage verwendet wird. Wo andere Hersteller ihr Wasser aufwendig reinigen, verweist Altia auf die natürliche Filterung durch den Esker.

In Russland oder Polen gilt Holzkohle traditionell als letzter Reinheitsschritt vor der Abfüllung. Finnische Hersteller stellen dieses Bild in ihrer eigenen Beschreibung nicht in den Vordergrund. Sie verweisen lieber auf die Technik der Kolonne selbst, nüchtern und ohne Bild vom Baum, aus dem die Kohle stammt.

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