Filtration in der Region Masowien

Aktivkohle & Wirkung

Filtration

Nach der Rektifikation ist der Sprit zwar fast rein, doch feine Spuren von Fuselölen und anderen Nebenprodukten der Gärung bleiben zurück. Sie sind es, die einem schlecht gefilterten Wódka einen scharfen, manchmal öligen Abgang geben. Filtration soll genau das noch ausräumen, mehr nicht.

In Żyrardów läuft der fertige Brand durch Aktivkohle, bevor er abgefüllt wird. Die Kohle wirkt wie ein extrem feines Sieb aus Kohlenstoff mit riesiger innerer Oberfläche: Moleküle, die für Fehltöne sorgen, bleiben an ihr hängen, während Ethanol und Wasser hindurchfließen.

Andere Brennereien in Polen setzen stattdessen auf Quarzsand oder mehrstufige Filter mit Silber, historisch war auch reine Birkenkohle verbreitet, wie sie noch heute in Teilen Osteuropas verwendet wird. Der Effekt ist ähnlich, nur der Weg dorthin unterscheidet sich: mehr oder weniger Kontaktzeit, feinere oder gröbere Körnung.

Was Filtration nicht kann, ist aus einem mittelmäßigen Rohbrand eine gute Wódka machen. Sie entfernt Fehler, sie erschafft keinen Charakter. Der Geschmack von Roggen oder Kartoffel, den manche Marken bewusst erhalten, sitzt schon vor der Filtration im Destillat, nicht danach.

Manche Hersteller kühlen den Brand vor dem letzten Filterdurchgang zusätzlich stark herunter, sogenannte Kaltfiltration. Bei niedrigen Temperaturen werden Fettsäuren und andere Trübstoffe fester und lassen sich leichter zurückhalten, was dem fertigen Wódka mehr Klarheit im Glas gibt, aber am Grundgeschmack wenig ändert.

Die alte Koneser-Fabrik in Warschau setzte im 19. Jahrhundert auf ähnliche Prinzipien, mit riesigen Filterbatterien in der Rektifikationshalle, bevor die einzelnen Marken abgefüllt wurden. Handwerklich hat sich seither wenig geändert, nur die Anlagen sind heute kleiner und genauer regelbar.

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