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IPA-Arten: West Coast, Hazy und Double IPA

Drei IPA-Schulen

IPA-Arten: West Coast, Hazy und Double IPA

West Coast IPA ist klar, trocken und deutlich bitter, Hazy IPA trüb, weich und saftig, Double IPA stärker in Alkohol und Hopfen. Alle drei sind obergärige, hopfenbetonte Ales; sie unterscheiden sich in Bittere, Trübung, Malzkörper und darin, wann der Hopfen ins Bier kommt.

Woher kommt das IPA der Craft-Brauer?

IPA steht für India Pale Ale. Die gängige Legende, ein Londoner Brauer habe es für die Schiffsreise nach Indien erfunden, hält der Prüfung nicht stand. Bier ging schon ab 1711 nach Indien, und der Name India Pale Ale taucht erst im frühen 19. Jahrhundert auf. Treffender ist: ein helles, stark gehopftes Exportbier, das vor allem in Indien Erfolg hatte. Das heutige English IPA liegt laut BJCP bei 5 bis 7,5 Prozent Alkohol und 40 bis 60 Bittereinheiten.

Die US-Craft-Brauer übernahmen den Namen und tauschten den Hopfen. Statt erdiger englischer Sorten nahmen sie Cascade, Centennial, Simcoe, Amarillo und später Citra oder Mosaic. Diese Sorten riechen nach Grapefruit, Kiefernharz, Mango oder Maracuja. Aus dem englischen Stil wurde so eine eigene Familie, die heute in fast jeder Craft-Brauerei der Welt im Kühlschrank steht.

Was ist ein West Coast IPA?

Die Richtlinien des BJCP führen den Klassiker als American IPA, gemeint ist das West Coast IPA aus Kalifornien. Es hat 13,8 bis 17,1 Grad Plato Stammwürze, also so viel gelösten Malzzucker vor der Gärung, dazu 5,5 bis 7,5 Prozent Alkohol und 40 bis 70 Bittereinheiten. Die Farbe reicht von Gold bis Bernstein.

Typisch ist der trockene Abgang. Die Hefe vergärt fast den ganzen Zucker, das helle Malz bleibt im Hintergrund, und so wirkt die Bittere klar und lang. Ein Teil des Hopfens kocht lange mit, denn erst beim Kochen werden die Alphasäuren des Hopfens zu löslichen Bitterstoffen umgebaut. Weitere Gaben spät im Sud und als Kalthopfung bringen Duft nach Zitrusschale und Harz. Das Bier ist meist blank, also klar, weil es lange lagert oder gefiltert wird.

Was ist ein Hazy IPA (New England IPA)?

Das Hazy IPA, auch NEIPA genannt, stammt aus Neuengland im Nordosten der USA. Die BJCP-Richtlinien von 2021 führen es als eigenen Stil: 14,7 bis 20,5 Grad Plato, 6 bis 9 Prozent Alkohol, 25 bis 60 Bittereinheiten und eine sehr helle, trübe Farbe. Es soll nach Fruchtsaft riechen, nach Mango, Pfirsich und Maracuja, und sich weich, fast cremig anfühlen.

Die Trübung ist gewollt. Hafer- und Weizenflocken bringen Eiweiß und Gummistoffe ins Bier, große Hopfenmengen bringen Polyphenole, also pflanzliche Gerbstoffe, und viele Hazy-Hefen setzen sich schlecht ab. Der meiste Hopfen kommt erst nach dem Kochen in den heißen Sud oder als Kalthopfung ins Jungbier. Deshalb duftet ein Hazy stark, schmeckt aber weniger bitter als ein West Coast IPA. Sein Aroma verfliegt rascher, weshalb Brauer es frisch und kühl gelagert empfehlen.

Was ist ein Double IPA?

Double oder Imperial IPA bedeutet: mehr von allem. Laut BJCP liegt es bei 15,9 bis 20,5 Grad Plato, 7,5 bis 10 Prozent Alkohol und 60 bis 100 Bittereinheiten. Mehr Malz liefert mehr Zucker für die Hefe und damit mehr Alkohol, mehr Hopfen hält die Süße in Schach. Ein gutes Double IPA bleibt trotzdem trinkbar und schmeckt nicht nach Sirup oder Lösungsmittel. Die Wärme des Alkohols ist spürbar.

Auch ein Double kann trüb sein; dann heißt es oft Hazy Double IPA. Am anderen Ende stehen leichte Varianten, die Brauer Session IPA nennen. Dafür gibt es in den genannten Richtlinien keine eigenen Grenzwerte, gemeint ist ein IPA mit weniger Alkohol und vollem Hopfenduft. Bei allen IPA-Arten gilt: Die Zahlen sind Wettbewerbskorridore, keine Pflicht. Was ein einzelnes Bier wirklich hat, steht auf dem Etikett.

Kurz unterschieden

West Coast IPA
Klar, trocken, 40 bis 70 IBU, Duft nach Zitrus und Harz; Hopfen kocht teils lange mit und gibt kräftige Bittere.
Hazy IPA
Trüb durch Hafer, Weizen und Hopfen, 25 bis 60 IBU; Hopfen meist nach dem Kochen, daher saftig und weich statt bitter.
Double IPA
Stärkere Fassung mit 7,5 bis 10 % Alkohol und 60 bis 100 IBU; mehr Malz trägt mehr Hopfen.
English IPA
Das britische Vorbild mit 40 bis 60 IBU, englischem Hopfen und mehr Malznote; erdig und würzig statt fruchtig.

Dazu im Lexikon

IPA: Geschichte und StilHopfen: Bittere und AromaBier richtig verkosten
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