
Pflaume, Eiche, Wacholder
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Wie schmeckt kroatischer Pflaumenbrand? Eine gereifte Šljivovica wie die Stara Badel šljivovica aus Zagreb riecht nach Pflaume, dazu kommt die holzige, gerbstoffreiche Note aus der Eiche, und im Mund wirkt sie voll und rund. Solche Brände gehören in ein Nosing-Glas oder in eine kleine Tulpe, die den Duft bündelt und zur Nase führt.
Beim Brinjevec ist alles anders. Pleterski brinjevec aus der Kartause Pleterje und Kraški brinjevec von der Karsthochfläche sind klar, herb und bitter, das Wacholderaroma steht ganz vorn. Wer zum ersten Mal daran riecht, merkt schnell: Das ist kein Gin, sondern ein Brand, der an Wacholder, Harz und Nadelwald erinnert.
Der Maraska aus Zadar steht für den Zadarski maraschino, einen Likör. Er beginnt süß und fruchtig mit Kirsche und passt damit nicht in den Vergleich mit den Bränden, sondern ins kleine Likörglas, das man eher am Ende des Essens füllt.
Die Temperatur macht viel aus. Gereifte Šljivovica zeigt ihr Holz und ihre Frucht bei Zimmertemperatur am besten, klare Brände wie der Brinjevec wirken etwas kühler frischer. Zu kalt verstummt das Aroma, zu warm tritt der Alkohol hervor.
Geübte Verkoster riechen zuerst am leeren, dann am gefüllten Glas. Betäubt der Alkohol die Nase, hilft ein Tropfen Wasser, ihn zu lösen. Zwischen zwei Proben spülen sie den Mund mit Wasser und wechseln dabei von mild zu kräftig: erst Sadjevec und Šljivovica, dann der herbe Brinjevec.
Die Hrvatska travarica duftet nach den Kräutern, mit denen sie aromatisiert wurde. Welche das sind, hängt vom Haus ab. Im Mund wirkt sie würzig und leicht bitter, nicht fruchtig wie ein Obstbrand, und lässt sich eher mit einem Kräuterlikör vergleichen als mit Šljivovica.