
Fass und Zeit
Reifung & Lagerung
Die Farbe der Rakia verrät, ob sie im Holz lag. Frisch gebrannt ist sie klar, mit der Zeit im Eichenfass wird sie blassgelb, später bernsteinfarben. Das Fass bringt dazu Vanille und Gewürz ins Destillat.
Bei der Slivenska perla sehen die Vorgaben so aus: Die besonderen und limitierten Reihen reifen mindestens sechs bis zwölf Monate im Eichenfass, die besten Partien drei Jahre oder länger. Das Ergebnis reicht von hellem Gelb bis Bernstein.
Die Straldjanska Muscatova rakya folgt demselben Muster. Sie liegt mindestens ein halbes bis ein ganzes Jahr im Eichenfass, die besten Partien mindestens drei Jahre. Die Akte beschreibt die Farbe als blassgelb bis hell bernsteinfarben.
Bei der Bourgaska Muscatova rakya und der Karnobatska grozdova rakya hat nicht allein das Holz die Hand im Spiel. Ihre leicht goldene Farbe entsteht laut den Akten durch das Reifen im Eichenfass oder durch Zugabe von Karamell. Zuckerkulör zur Farbanpassung ist bei Weindestillat erlaubt, die Farbe allein sagt über das Alter also nur begrenzt etwas aus.
Am längsten liegt die Pflaumenrakia aus Troyan. Mindestens drei Jahre im kleinen Eichenfass nennt die Akte als Mindestreife, die besten Partien reifen bis zu 25 Jahre.
Wie viel ein Alter auf dem Etikett aussagt, regelt das EU-Recht: Eine Altersangabe darf sich nur auf den jüngsten Bestandteil der Mischung beziehen. Zum Vergleich verlangt Cognac mindestens zwei Jahre Eiche, und Weinbrand nach der EU-Verordnung ein Jahr im großen oder sechs Monate im kleinen Fass. Für Branntwein aus Wein schreibt die Verordnung selbst keine Reifung vor.