
Holz oder Glas
Reifung & Lagerung
Frisch gebrannte Țuică wird oft jung getrunken, klar und mit voller Pflaume. Wer sie ruhen lässt, stellt sie zunächst in neutrale Gefäße aus Glas oder Edelstahl, damit sich die Aromen setzen und der Brand runder wird. Steinobstbrände sollten dabei dunkel stehen, weil Licht aus Spuren von Blausäure den Stoff Ethylcarbamat bildet, der als krebsverdächtig gilt.
Manche Brenner geben ihrer Țuică Zeit im Holzfass. Für gealterte Țuică sind Lagerzeiten von sechs Monaten bis zu zehn Jahren überliefert. Als Fassholz nennt die Überlieferung neben Eiche auch Maulbeerholz. Dabei färbt sich der klare Brand golden und nimmt Holzwürze an. Auf Rumänisch heißt er dann țuică bătrână, alte Țuică.
Die Horincă de Cămârzana reift nach ihrer Beschreibung in Eichenfässern. Das Holz rundet die Kanten eines Brandes ab, der doppelt gebrannt wurde und deshalb kräftig ausfällt.
Im Fass passiert mehr als Färbung. Holz gibt Vanille, Röstaromen und Gerbstoffe ab, und durch die Poren dringt langsam Sauerstoff ein, der scharfe Noten glättet. Zugleich verdunstet ein Teil des Inhalts, und je länger ein Brand liegt, desto weniger bleibt im Fass übrig.
Beim Vinars verlangt die EU für Weindestillate keine Reifung. Erst wer seinen Brand als Weinbrand verkaufen will, braucht mindestens ein Jahr Eiche in Behältern ab 1 000 Litern oder sechs Monate in kleineren Fässern. Das Haus Jidvei nennt für seinen Vinars nach eigenen Angaben mindestens fünf Jahre in Holzfässern aus Siebenbürgen. Ob der Vinars Murfatlar, Segarcea, Vaslui oder Vrancea heißt, ändert an dieser Rechtslage nichts.
Eine Altersangabe auf dem Etikett darf sich nur auf den jüngsten Bestandteil beziehen. Wer verschiedene Jahrgänge verschneidet, kann also nicht mit dem ältesten werben.