
Apfel im Glas
Verkosten
Beim Verkosten von Apfelbrand zählt zuerst die Nase. Ein gutes Glas riecht nach frisch aufgeschnittenem Apfel, nach Schale und manchmal nach Blüte, ohne dass der Alkohol die Nase verbrennt. Erst danach kommt ein kleiner Schluck, den man im Mund verteilt, bevor man ihn schluckt.
Ein Nosing-Glas oder eine kleine Tulpe leitet die Aromen zur Nase und hält sie zusammen. Der Brand darf zimmerwarm oder leicht kühl ins Glas, zu kalt dämpft er den Apfel, zu warm lässt den Alkohol hervortreten. Ein Schluck Wasser zwischendurch macht die Zunge wieder frei.
Als Beispiele aus dem Norden eignen sich die Apfelbrände der Hamburger Manufaktur Edelhof1514. Zum Sortiment gehören unter anderem der Alkmene Apfeledelbrand und die Zierapfel Apfelbrandcuvée. Die Nordik Edelbrennerei in Jork arbeitet nach eigenen Angaben mit Früchten aus dem Alten Land.
Wer die Sortenunterschiede schmecken will, stellt zwei Apfelbrände nebeneinander. Ein Brand aus einer aromatischen Sorte wie Cox Orange wirkt würziger, einer aus einer säurebetonten wie Boskoop frischer. Das Ergebnis hängt freilich auch von Reife, Gärung und Brenner ab. Wer die Betriebe besuchen will, fragt am besten vorher an, ob und wann verkostet wird. Ein Brand sollte nicht zu schnell getrunken werden, denn gerade die leisen Aromen des Apfels zeigen sich erst nach einigen Minuten im Glas.
Zum Vergleich passt ein Calvados im selben Glas. Man merkt rasch, dass die Reifung in der Eiche den Apfel nach hinten schiebt und Vanille, Backobst und Gewürz nach vorne holt.