
Trester, Hefe, Weinbrand
Brandstil
Was ist der Unterschied zwischen Tresterbrand, Hefebrand und Weinbrand? Alle drei kommen vom Wein, aber aus anderen Teilen. Weinbrand wird aus dem Wein selbst gebrannt und reift mindestens ein Jahr in Eiche. Tresterbrand entsteht aus den vergorenen Pressrückständen, Hefebrand aus dem Trub, der sich nach der Gärung absetzt.
Das Gesetz sortiert sie in eigene Kategorien. Tresterbrand ist Kategorie 6, mindestens 37,5 Prozent Alkohol. Hefebrand ist Kategorie 12, mindestens 38 Prozent. Weinbrand gehört in Kategorie 5 und darf mit 36 Prozent beginnen. Auf dem Etikett steht bei Hefebrand die Rohstoffangabe, bei Moselweinen also Weinhefebrand.
Dass Tresterbrand in Italien Grappa und in Frankreich Marc heißt, ändert nichts an der Kategorie. Es ist dasselbe Prinzip mit anderer Sprache und anderer Rebe. Von der Mosel kommt der Brand eines Weißweines, und das erklärt den Ton: weniger gerbstoffig als manch roter Trester, eher fruchtig, frisch und hell.
Der Riesling-Tresterbrand ist der Leitbrand der Region. Er riecht nach Weinbergspfirsich und Traubenschale, am Gaumen bleibt er schlank. Der Weinhefebrand daneben ist der Rustikalere, mit kräftigem, hefigem Ton, der an frisch abgezogenen Wein erinnert. Beide sind Brände der Winzer, die ihren Keller leer räumen, nicht Brände aus einem Obstgarten.
Beide gehören zu den Bränden, die kaum jemand außerhalb des Moseltals kennt. Das macht sie interessant für alle, die bei Brand sofort an Kirschwasser denken und wissen wollen, was Winzer sonst noch aus ihrem Keller holen. Und es zeigt, dass Brand ebenso gut aus Wein wie aus Obst entstehen kann.
Riesling-TresterbrandTresterbrand · Riesling-Trester von der Mosel
- Alkohol
- 40–45 % vol
- Reife
- 0–1 Jahre
Klar und schlank, Traubenschale und Weinbergspfirsich, am Ende leicht würzig.