
Klar, trocken, kernig
Brandstil
Das Schwarzwälder Kirschwasser ist der Leitbrand der Region. Es ist farblos, trocken und kräftig im Kirscharoma, mit einem Hauch Bittermandel vom Stein. Süß ist es nicht, und ein Kirschlikör ist es erst recht nicht.
Kirschwasser, Kirschbrand und Kirsch meinen dasselbe, einen Obstbrand aus vergorenen Kirschen. „Wasser“ ist eine erlaubte Alternative zu „Brand“, und die EU-Verordnung lässt auch die Kurzform „Kirsch“ zu.
Seit 1989 trägt der Brand aus dem Schwarzwald die geschützte geografische Angabe „Schwarzwälder Kirschwasser“. Ähnliche Herkunftsnamen gibt es für das Fränkische Kirschwasser, das Kirsch d'Alsace aus dem Elsass und den Zuger Kirsch aus der Schweiz. Wer in der Ortenau Kirschwasser sagt, meint also eine Herkunft, nicht bloß eine Frucht.
Der zweite Leitbrand ist das Schwarzwälder Zwetschgenwasser, ebenfalls seit 1989 geschützt. Es ist runder und weicher im Fruchtton, dunkler im Aroma und trägt leicht nussige Noten vom Stein. Wer beide nebeneinander probiert, merkt, wie verschieden Kirsche und Zwetschge im Glas sind.
Der Stil hat Häuser, die ihn tragen. Die Brennerei Fies in Oberkirch-Ringelbach wurde 1948 von Franz und Elise Fies gegründet und wird heute in dritter Generation geführt. In Kappelrodeck im Achertal erwarb Emil Scheibel 1921 den Schwarzwaldhof, der bis heute Sitz der Brennerei Scheibel ist. Zwei Betriebe, zwei Handschriften, dieselbe Frucht. Wer sie vergleicht, lernt schneller, was Stil bei einem Obstbrand heißt, als jede Beschreibung es erklären kann: Er liegt in der Auswahl der Früchte, im Schnitt beim Brennen und in der Ruhe danach.
Schwarzwälder KirschwasserObstbrand · Brennkirschen aus dem Renchtal
- Alkohol
- 40–45 % vol
- Reife
- 0–3 Jahre
Glasklar, Kirsche und Bittermandel vom Stein, trocken und warm im Abgang.