
Drei Leitbrände
Brandstil
Drei Brände geben dieser Gegend ihr Gesicht, und sie lassen sich leicht auseinanderhalten, sobald man die Regeln kennt. Der erste ist der Pfälzer Weinbrand, der zweite der Tresterbrand der Winzer, der dritte der milde Weinbrand im Stil, den Chantré 1952 bekannt machte.
Pfälzer Weinbrand ist ein Name mit Pflichtenheft. Er hat mindestens 38 Prozent Alkohol, stammt aus Pfälzer Wein, reift mindestens zwölf Monate in kleinen Eichenfässern und kommt ohne Zuckerkulör aus. Nach der Spezifikation riecht und schmeckt er mild und weich, mit der Fruchtigkeit der Region und den Noten des Holzes. Die Farbe liegt zwischen goldgelb und goldbraun.
Der Deutsche Weinbrand trägt den Namen des ganzen Landes, der Pfälzer ist enger gefasst, denn Wein, Brennen und Herkunft liegen hier in einer einzigen Landschaft. Mit 38 Prozent steht er zudem über dem EU-Mindestwert von 36 Prozent.
Der Tresterbrand der Winzer trägt keinen geschützten Namen. Er entsteht aus vergorenem Traubentrester und hat mindestens 37,5 Prozent. Im Geschmack ist er klarer, kantiger und würziger, er riecht nach Traubenschale und Kernen statt nach Holz. Der Unterschied zum Weinbrand gleicht dem zwischen Grappa und Cognac.
Der milde Weinbrand, mit dem Eckes im Wirtschaftswunder Deutschland für sich gewann, ist weicher und runder. Er folgt den EU-Regeln für Weinbrand, reift also mindestens sechs Monate bis ein Jahr in Eiche, je nach Fassgröße, und wird vor der Abfüllung abgerundet. Bis zu 35 Gramm Zucker je Liter erlaubt die EU dafür.
Pfälzer WeinbrandWein- und Traubenbrand · Pfälzer Weißwein, u. a. Müller-Thurgau
- Alkohol
- 38–40 % vol
- Reife
- 1–3 Jahre
Goldgelb bis goldbraun, mild und fruchtig, Eichenton, ohne Zuckerkulör.